Akne – Diagnose, Ursachen und Behandlung

Akne – Hautkrankheit

Behandlungsmöglichkeiten, Diagnose und Ursachen

Bei Akne handelt es sich um eine weit verbreitete Hauterkrankung, die durch das Auftreten von Pickeln auf dem und um das Gesicht herum charakterisiert wird. Am häufigsten ist sie bei Jugendlichen zu finden, doch ca. ein Fünftel aller Aknefälle tritt auch bei Erwachsenen auf.  

Die am weitesten verbreitete und sichtbarsten Akne-Ausbrüche befinden sich im Gesicht, doch ist es ganz normal, wenn Pickel auch am Hals, der Brust, den Schultern, Oberarmen und am Rücken auftreten. Akne stellt an sich kein Gesundheitsrisiko dar, doch können schwere Fälle zu Narben führen, falls diese nicht sorgfältig und effektiv behandelt werden.
 

Was verursacht Akne? 

Akne wird hauptsächlich durch Veränderungen der Hormonwerte verursacht, weshalb sie während der Pubertät so verbreitet ist, doch sie kann auch zu jedem anderen Zeitpunkt im Leben durch Hormonschwankungen ausgelöst werden. Ein Ergebnis hoher Hormonwerte ist die Zunahme öliger Haut, dessen überschüssiges Öl Poren und ihre Haarfollikel verstopfen kann, was zu einem Wachstum natürlicher Bakterien führt, die wiederum für Pickel sorgen. 

Dieser Prozess kann durch Make-up oder Hautreizstoffe verschlimmert werden. Obwohl sie Akne nicht direkt verursachen, können sie es der Haut schwerer machen, dagegen etwas zu unternehmen. 
 

Weit verbreitete Akne-Mythen und -irrtümer 

Viele Menschen sind der Meinung, dass Akne ein Zeichen schlechter persönlicher Hygiene oder dreckiger Haut sei, doch das ist nicht der Fall. Obwohl es stimmt, dass schlecht gewaschene Haut für Pickel aller Art anfälliger ist, liegt Akne für gewöhnlich hormonellen und vererbten Faktoren zu Grunde. Ein übertriebenes Waschen Ihres Gesichts mit gewöhnlicher Seife wird kaum Wirkung zeigen, falls sie zu den Menschen gehören, die hierfür anfällig sind – in der Tat ist es sogar so, dass das Reiben betroffener Stellen die Situation noch schlimmer machen kann, da es Ihre Haut reizt. 

Eine gute Ernährung, die aus frischem Obst und Gemüse besteht, wird die Gesundheit Ihrer Haut verbessern, was zu weniger Akne führen kann, doch ist dies nicht bewiesen. Genauso wird auch ein übermäßiger Verzehr von Schokolade oder anderen Süßigkeiten Akne nicht verursachen, auch wenn manche Menschen auf Schokolade leicht allergisch reagieren, was dazu führen kann, dass andere Arten von Pickeln auftreten, doch hängt dies nicht direkt mit Akne zusammen.  

Stress oder Angst wird oft als Ursache für Akne genannt und darin liegt etwas Wahres versteckt. Obwohl Stress nicht direkt zu Hautproblemen führt, kann es durch Veränderungen der Hormone, die dies verursacht, zu Nebenwirkungen kommen. Doch auch dies verschlimmert bereits existierende Akne lediglich, anstatt diese zu verursachen. 
 

Die verschiedenen Arten von Akne-Pickeln 

Akne-Pickel können viele Formen annehmen. Wenn wir die Arten von Pickel beschreiben, die wir kennen, gibt es solche, die zwar unangenehm sind, aber keinen Grund zur Sorge darstellen, aber auch ernsthaftere Hautverletzungen, die Narben verursachen können. Im Folgenden sind die fünf Hauptarten von Hautproblemen, die Leidende bei Akne erleben können, anhand ihrer Intensität aufgelistet:
 

Mitesser (Whiteheads) 

Hierbei handelt es sich schlicht um verstopfte Hautporen, die weder infiziert noch allzu entzündet sind. Die Verstopfung liegt unterhalb der Hautoberfläche und ist noch nicht durchgedrungen, weshalb Whiteheads mehr oder weniger sichtbar, jedoch als kleine Hügel zu spüren sind.
 

Mitesser (Blackheads) 

Blackheads stellen im Grunde genommen die gleiche Art von Pickel wie Whiteheads dar. Der Hauptunterschied ist jedoch, dass der Druck der Verstopfung durch die Oberfläche der Pore hindurchgebrochen ist, weshalb die Spitze der Luft ausgesetzt ist - und das führt zur dunklen Erscheinung des Pickels. 
 

Papeln 

Papeln sind Blackheads oder Whiteheads, die sich entzündet haben und zu roten Hügeln angeschwollen sind, die beim Berühren etwas wehtun können. Trotz des Schmerzes und ihres offensichtlichen Erscheinens, sind diese Papeln noch nicht infiziert und heilen mit angemessener Reinigung üblicherweise von selbst – drücken Sie sie auf keinen Fall aus, da dies zu einer möglichen Infektion führen kann. 
 

Pusteln 

Hierbei handelt es sich um das Endergebnis von Papeln, die sich mit Eiter gefüllt haben, und stellen das Bild dar, das die meisten Menschen im Kopf haben, wenn sie an Pickel denken: kleine, harte, rote Hügel auf der Haut, die beim Berühren wehtun und eine gelbe oder weiße Spitze haben. Auch diese sollten Sie, egal wie verlockend es sein mag, niemals ausdrücken. Versuchen Sie, der Natur ihren Lauf zu lassen, wodurch sie entweder von alleine weg- oder aufgehen. Sie auszudrücken führt lediglich zu einem erhöhten Infektionsrisiko und somit zu dauerhaften Narben.
 

Knoten und Zysten 

Hierbei handelt es sich um die schwerwiegendsten Akne-Pickel und sie bestehen aus großen, roten Beulen unter der Haut, die schmerzhaft pulsieren können und lange Zeit benötigen, bis sie verschwinden. Vor allem diese Art von Pickel sollte niemals ausgedrückt werden – Knoten und Zysten werden durch Bakterien unter der Haut verursacht. Wenn Sie versuchen, sie auszudrücken, drücken Sie diese Bakterien weiter unter die Haut, was die Entzündung nur noch weiter verschlimmert.
 

Wie üblich ist Akne? 

Die meisten Menschen werden zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens an Akne leiden, vor allem während der Pubertät oder zu einer anderen Zeit, zu der die Hormone ins Schwanken geraten. Es wird davon ausgegangen, dass rund 80% aller Menschen zwischen 11 und 30 Jahren mindestens einen Akne-Ausbruch erleben, wobei dies von Menschen ab 40 oder sogar 50 Jahren so gut wie nie berichtet wird. Akne kann bei Menschen jeglichen Hintergrunds, ohne zusammenhängende Faktoren wie Rasse oder Ethnizität, auftreten. 
 

Was macht Akne schlimmer? 

Obwohl die Grundursache von Akne die Auswirkungen von Hormonwerten auf die natürlichen Öle der Haut sind, gibt es mehrere Faktoren, die einen Ausbruch verschlimmern und verlängern können. Hierzu gehören: 

  • Make-up oder andere Kosmetika, sowie Hautschutzcremes, die die Haut nicht ‚atmen‘ lassen 

  • Luftverschmutzung, Pollen oder andere Hautreizstoffe in der Luft 

  • Hohe Luftfeuchtigkeit 

  • Hautbedeckungen wie Schals, Hüte und enge Krägen, die betroffene Stellen abdecken 

  • Drücken oder Kratzen der Pickel 

  • Zu eifriges Reiben, wenn Sie versuchen Ihr Gesicht zu reinigen, da dies Ihre Haut irritieren und die pickelverursachenden Bakterien tiefer in die Haut hineindrücken kann. 
     

Viele Menschen behaupten, dass ihre Akne schlimmer wird, wenn sie zu viel Schokolade oder Fastfood essen, doch in den meisten Fällen handelt es sich hierbei entweder um eine separate allergische Reaktion, die nichts mit der Akne zu tun hat, oder eine Wirkung, die aufgrund einer schlechten Ernährung auf eine erhöhte Ölproduktion der Haut zurückgeht – das kann durch die allgemeinen Akne-Hautpflege-Tipps, die Sie am Ende dieses Artikels finden, behoben werden.
 

Behandlungsmöglichkeiten bei Akne 

Auch wenn Akne eine häufig auftretende Erkrankung darstellt, die für gewöhnlich keiner medizinischen Behandlung bedarf, kann bei besonders beunruhigenden oder lang anhaltenden Fällen normale Hautpflege nicht ausreichen, um das Auftreten von Pickeln in den Griff zu bekommen. In diesen Fällen können Medikamente eine Option sein. Diese gibt es in zwei Hauptvarianten. 
 

Topische Lösungen für Akne 

Topische Lösungen sind Cremes oder Gels, die direkt auf die von Akne betroffenen Hautstellen aufgetragen werden und sie wirken auf unterschiedliche Weise. Zwei der beliebtesten topischen Medikamente sind Duac Gel und Differin Gel.  

Bei Duac Gel handelt es sich um eine verschreibungspflichtige Behandlung für leichte bis mittelschwere Akne, die einmal am Tag aufgetragen wird. Es enthält zwei aktive Wirkstoffe, die sich auf verschiedene Aspekte der Akne auswirken und wird jeweils bis zu 12 Wochen lang verwendet. Der erste Wirkstoff, Clindamycin, ist ein Antibiotikum, das gegen die Bakterien in der Haut vorgeht, die zur Bildung der Pickel beitragen. Der zweite Wirkstoff ist Benzoylperoxid, der dabei hilft die toten Hautzellen von der Hautoberfläche zu entfernen und die Verstopfungen der Poren löst. Duac Gel sollte dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.  

Differin ist eine weitere topische Behandlung gegen Akne, die es entweder als Creme oder Gel gibt, wobei beide Formen nur mit Rezept erhältlich sind. Es enthält den aktiven Wirkstoff Adapalen, der eine Form des Vitamin A darstellt und gegen Akne wirkt, indem die Entzündung der Haut reduziert wird und dabei hilft tote Hautzellen, die Poren blockieren können, was zu Pickeln führt, zu entfernen. Genau wie Duac wird auch Differin auf die betroffenen Stellen einmal am Tag nach dem Waschen aufgetragen. 
 

Orale Antibiotika gegen Akne 

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit bei Akne ist die Einnahme von Antibiotika als Pille oder Kapsel, anstatt diese als Gel aufzutragen. Diese Option wird für gewöhnlich bei schlimmeren Fällen von Akne gewählt, wo ein dauerhaftes Narbenrisiko besteht und bei denen topische Lösungen und Gele nicht effektiv genug sein könnten. Es ist normal, dass orale Antibiotika in höheren Dosen eingenommen werden, als es der Fall wäre, wenn sie topisch aufgetragen werden, wodurch sie auch stärker wirken.  

Die Antibiotika, die hier am häufigsten verwendet werden, sind Lymecyclin und Oxytetracyclin. Beide Medikamente wirken, indem sie die Bakterien in der Haut angreifen, die Entzündungen verursachen können und Akne-Anfälle auslösen. Orale Antibiotika für Akne wirken gewöhnlich langsamer als topische Cremes oder Gels, doch sie sind für mittelschwere bis schwere Akne geeignet, die immer wieder auftritt und nicht durch andere Behandlungen eingeschränkt werden konnte.
 

Wie lange dauert es, bis die Behandlung wirkt? 

Verschreibungspflichtige Aknebehandlungsmethoden zeigen für gewöhnlich keine sofortige Wirkung, vor allem, wenn sie als orale Antibiotika eingenommen werden. Cremes und Gele können schnell Feuchtigkeit spendend wirken und in wenigen Tagen zu einer merklichen Reduzierung der Entzündung führen, doch handelt es sich hierbei lediglich um ein oberflächliches Ergebnis. Das zu Grunde liegende Problem braucht mehrere Wochen oder sogar Monate, um richtig behandelt zu werden. Es ist sogar möglich, dass sich Ihre Akne zunächst verschlimmert, bevor sie besser wird. Auch wenn dies üblich und kein Grund zur Sorge ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt reden, wenn Sie das Gefühl haben, dass dies passiert, um sicherzugehen, dass Sie nicht allergisch auf das Medikament reagieren. 

Generell sollten Sie in einem oder zwei Monaten positive Ergebnisse sehen, wobei schwere Aknefälle bis zu sechs Monate brauchen, bis sie komplett geheilt sind. Ein wichtiger Punkt, der auf alle verschreibungspflichtige Medikamente zutrifft, die Antibiotika enthalten, ist, dass Sie die gesamte Packung an Tabletten oder Cremes, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat, auch dann aufbrauchen müssen, wenn Ihre Haut sich bereits gebessert hat, bevor Sie alle Medikamente genommen haben.  

Falls Sie die Einnahme vorzeitig beenden, könnten noch immer Bakterien in Ihrer Haut übrig geblieben sein, was die Akne erneut auftreten lässt – in diesen Fällen ist der Ausbruch meist schlimmer als zuvor.
 

Wird die Akne nach der Behandlung wiederkommen? 

Leider ist Akne ein Problem, das immer wieder auftreten kann, auch nach einer erfolgreichen Behandlung. Das liegt daran, dass die zu Grunde liegenden Ursachen, nämlich Hormone und Hautbakterien, während Ihres gesamten Lebens natürlich vorhanden sind, auch wenn natürlich die Schwankungen der Hormonwerte während der Pubertät am schlimmsten sind. Aus diesem Grund ist es bei Menschen mit schwerer Akne üblich, mit der Einnahme einer geringen Dosis des Medikaments auch dann fortzufahren, wenn es keine sichtbare Akne gibt, damit sie nicht Fuß fassen kann. Diese Behandlung mit einer niedrigen Dosis wird normalerweise während der gesamten Jugend, und sogar wenn Sie zwanzig sind, vorgenommen, falls Sie an besonders schlimmer Akne litten.  

Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ob dies notwendig ist, doch wenn dem so ist, dann handelt es sich bei einer häufig verwendeten Behandlung um ein mildes antiseptisches Mittel, das Benzoylperoxid oder eine ähnliche topische Creme enthält, die jeden oder alle zwei Tage verwendet wird, um die Pickel in Schach zu halten. Es ist sehr ungewöhnlich, Behandlungen, die auf Antibiotika basieren, langfristig fortzuführen, da die Bakterien in Ihrer Haut resistent werden können, wodurch zukünftige Ausbrüche noch schwerer zu behandeln sind. 
 

Anleitung zur Pflege von zu Akne neigenden Haut 

Wie zuvor erwähnt, wird Akne für gewöhnlich durch Hormone verursacht und es gibt nur wenig, das getan werden kann, um einen Ausbruch zu verhindern. Nichtsdestotrotz kann eine gute Pflege Ihrer Haut die Symptome weniger sichtbar und schmerzhaft machen und zudem die Chancen reduzieren, dass es zu einer dauerhaften Vernarbung kommt. Dinge, auf die Sie achten sollten, sind unter anderem:
 

  1. Halten Sie Ihre Haut so sauber wie möglich, indem Sie sanfte Seifen und Reinigungsmittel verwenden, ohne zu fest zu reiben, da dies die Haut irritieren kann, was die sichtbaren Anzeichen von Akne noch betonen sowie die Bakterien unter der Oberfläche verteilen kann. 

  1. Versuchen Sie, die betroffenen Stellen nicht zu reiben oder daran zu kratzen, und drücken Sie auf keinen Fall Ihre Pickel aus – das verursacht so gut wie immer Narben. 

  1. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie sich rasieren und tun Sie dies so wenig wie möglich. Verwenden Sie eine scharfe Klinge oder einen guten elektrischen Rasierer. Nutzen Sie sanfte Seifen, Schaum oder Feuchtigkeit spendende Cremes, damit Ihre Haut so wenig wie möglich gereizt wird. 

  1. Verwenden Sie so wenig Make-up wie möglich und wenn Sie Kosmetika verwenden, dann stellen Sie sicher, dass Sie ölfreie Mittel verwenden, die Ihre Poren nicht allzu sehr verstopfen. Stellen Sie zudem sicher, dass Sie Ihr Make-up so bald wie möglich richtig entfernen, indem Sie ein sanftes Reinigungsmittel verwenden. 

  1. Vermeiden Sie zu viel Sonne, da sowohl Akne als auch manche Akne-Medikamente Sonnenbrände erleichtern und Ihre Haut austrocknen, wodurch Pickel zu Pockennarben werden können. 

  1. Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo, vor allem, wenn Ihre Haare sehr fettig sind – diese Öle können sich auf Ihrer Haut ausbreiten, was zu schwerwiegenderen Akne-Ausbrüchen führt.   
     

Akne gehört leider zum Leben der meisten Jugendlichen und Erwachsenen dazu, doch für manche wird es zu mehr als nur einem Ärgernis und kann viel länger andauern, als es normalerweise der Fall ist. Jedoch können die zweifelsohne lästigen Schwierigkeiten, die Akne verursacht, mit einer angemessenen, medizinisch betreuten Aknebehandlung sowie einer guten vorbeugenden Hautpflege in Schach gehalten werden, was Ihnen ermöglicht, ohne dem Stress, sich mit Akne herumschlagen zu müssen, mit Ihrem Leben fortzufahren.