Antibabypille und Schwangerschaft - Medzino

Antibabypille und Schwangerschaft

Schwanger trotz Pille - wie ist das möglich?

Viele Frauen haben Fragen bezüglich Verhütung, Antibabypille und Schwangerschaft. Finden Sie hier die wichtigsten Antworten!
 

Kann ich trotz Pille schwanger werden?

Ja, es ist möglich trotz Einnahme der Pille schwanger zu werden. Allerdings ist die Chance äußerst gering. Der Pearl-Index beschreibt wie viele von 100 Frauen im Jahr bei korrekter Anwendung der Verhütungsmethode schwanger werden. Der Pearl-Index der Antibabypille liegt je nach Pillenart zwischen 0,1 und 0,9. Dies bedeutet, dass nur zirka eine bis zehn pro tausend Frauen ungewollt schwanger werden.

Dieses Risiko ist erhöht, wenn Ihnen ein Einnahmefehler passiert. Beispielsweise, falls Sie die Pille einmal vergessen sollten. Auch falls Sie innerhalb der ersten vier Stunden nach der Einnahme erbrechen müssen, kann der Schutz der Pille kompromittiert sein. Verwenden Sie im Zweifelsfall stets ein Kondom, falls Sie nicht schwanger werden möchten.

Dabei ist es auch möglich, dass Sie schwanger sind, obwohl eine scheinbare Monatsblutung auftritt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Nidationsblutung, welche durch die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter auftritt. Viele Frauen verwechseln diese mit der Monatsblutung. Die Nidationsblutung tritt jedoch nur einmalig auf.
 

Ist die Einnahme der Pille trotz bestehender Schwangerschaft schädlich?

Falls Sie ungewollt schwanger werden, während Sie die Pille einnehmen, ist es natürlich, sich um das Wohlergehen des Kindes zu sorgen. Viele Frauen sorgen sich, dass die Einnahme der Pille trotz bestehender Schwangerschaft dem Ungeborenen Schaden zufügen kann. Dies ist allerdings nicht unbedingt der Fall. Studien weisen nicht darauf hin, dass die Antibabypille dem Ungeborenen schadet. Daher gibt es keine Hinweise darauf, dass ein Abbruch der Schwangerschaft nötig wäre.

Falls Sie eine Schwangerschaft bei sich vermuten, können Sie einen Schwangerschaftstest durchführen, obwohl Sie die Pille einnehmen. Antibabypillen beeinflussen das Resultat vom Schwangerschaftstest nicht. Diese Tests messen ein Hormon, welches eine Schwangerschaft anzeigt und von der Antibabypille nicht beeinflusst wird.
 

Hat die Antibabypille einen Einfluss auf meine Fruchtbarkeit?

Nein, aber es kann eine Weile dauern, bis man schwanger werden kann. Unterschiedliche Faktoren haben einen Einfluss darauf.

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass die jahrelange Einnahme der Antibabypille die Fruchtbarkeit der Frauen verhindert. Dies ist nicht der Fall. Zahlreiche Studien belegen, dass eine Langzeiteinnahme der Antibabypille keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.

Allerdings kann es eine Weile dauern, bis eine Schwangerschaft entstehen kann. Denn es hängt davon ab, wie schnell sich der natürliche Zyklus der Frau wieder einstellt. Prinzipiell kann bereits im ersten Zyklus nach dem Absetzen der Pille eine Schwangerschaft auftreten. Allerdings kann es auch bis zu zwölf Monate dauern.

Wie schnell Sie nach dem Absetzen der Pille schwanger werden können, hängt von diversen Faktoren ab. Es kann länger dauern, falls Sie die Pille bereits vor dem 21. Lebensjahr eingenommen haben. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass es nach der Einnahme von Antibabypillen der dritten und vierten Generation länger dauern kann als bei Pillen der ersten oder zweiten Generation. Schließlich können auch individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Wie genau sich diese auf die Dauer auswirken, bis Sie wieder schwanger werden können, ist nicht abschließend geklärt. Beispielsweise können sich Rauchen, Übergewicht, sowie die individuelle Fruchtbarkeit beider Partner auf die Empfängniswahrscheinlichkeit nach dem Absetzen der Antibabypille auswirken.

Einer der wichtigsten Faktoren dabei ist das Alter der Frau. Wie bereits bekannt nimmt die Fruchtbarkeit der Frauen ab etwa 30 Jahren ab. Falls Sie daher erst mit 30 die Pille absetzen, kann es etwas länger dauern, bis Sie schwanger werden können.
 

Welche Verhütungsmethoden sind während der Stillzeit geeignet?

Viele Frauen möchten nach der Geburt so rasch wie möglich wieder mit der Verhütung beginnen. Vorsicht ist geboten, falls Sie nach wie vor Stillen. Die Antibabypille ist dabei nicht unbedingt geeignet. Das in der Antibabypille enthaltene Östrogen kann die Milchproduktion stören, außerdem können die Hormone und deren Abbauprodukte in die Muttermilch gelangen. Falls Sie weiterhin mit oralen Kontrazeptiva verhüten möchten, können Sie sich einen Umstieg auf die Minipille überlegen, da diese Pillen kein Östrogen enthalten. Besprechen Sie diesen Übergang allerdings stets vorgängig mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Auch Spiralen sind nach der Geburt nur bedingt geeignet. Da diese Verhütungsmethode in die Gebärmutter eingesetzt wird, muss abgewartet werden, bis sich die Gebärmutter wieder vollständig regeneriert hat. Danach jedoch können sie eingesetzt werden, selbst wenn Sie immer noch stillen.

Am sichersten nach der Geburt sind Kondome. Auch andere Barrieremethoden wie etwa das Diaphragma eignen sich gut als Verhütungsmethode nach der Geburt, da sie weder die Milch noch die Gesundheit des Kindes beeinflussen.