Belastungsasthma

Belastungsasthma

Atemnot bei oder nach körperlicher Anstrengung

Wenn Sie Asthma haben, dann stehen die Chancen gut, dass Sie bei sportlicher Betätigungen an Bronchospasmus leiden. Die große Mehrheit an chronischen Asthmatikern leidet unter durch körperliche Belastung verursachten Symptomen, doch viele Menschen müssen für gewöhnlich nicht keuchen oder husten. Die neue Bezeichnung für diese zuletzt genannte Erkrankung ist Belastungsbronchokonstriktion, da dies nicht länger als ‚echtes‘ Asthma angesehen wird.

Ihre Lunge entzündet sich nicht und die typischen Auslöser verursachen bei Ihnen keine Symptome. Wenn Sie jedoch sowohl auf Schimmel, Pollen oder Tiere sowie sportliche Betätigung reagieren, leiden Sie vermutlich an echtem Belastungsasthma (EIA).

 

Wieso treten die Symptome auf? 

Chronisches Asthma lässt Sie auf plötzliche Veränderungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit sensibel reagieren und da Sie bei körperlicher Belastung in der Regel durch den Mund atmen, sind Sie kälterer und trockenerer Luft ausgesetzt. Dies bietet Ihnen das goldene Ticket, um ohne an Kurzatmigkeit zu leiden, trainieren zu können: Denn da es hauptsächlich anaerobe und aerobe Übungen sind, die Patienten nach Luft schnappen lassen, können Sie zum Beispiel, ohne dieselben Konsequenzen zu erleiden, gewichtbelastende Übungen oder Yoga machen.    

 

Symptome 

Belastungsasthma verursacht Kurzatmigkeit, eine geringere physische Leistungskraft, Brustverengung und Husten, da die Luftwege anschwellen. Manche Patienten husten dabei nur. Weniger weit verbreitet ist, dass Betroffene zudem noch Bauchschmerzen, Magenverstimmungen und Halsschmerzen bekommen. Diese Symptome sind nicht die gleichen, wie die der Belastungsbronchokonstriktion (EIB), bei der sich die Luftwege verengen, anstatt anzuschwellen. 

Es ist wichtig, von einem Arzt diagnostiziert zu werden, auch wenn manche Medikamente ohne Rezept erhältlich sind, da es viele weitere Erkrankungen gibt, die ähnliche Symptome verursachen, wobei manche sehr ernst sind. Ihr Arzt muss Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, gastroösophagealen Reflux und Vocal Cord Dysfunction ausschließen.  

 

Auslöser 

Wenn Sie an Belastungsbronchokonstriktion leiden, fangen Sie höchstwahrscheinlich innerhalb von 5-15 Minuten der körperlichen Belastung an zu keuchen. Die genauen Auslöser und Symptome müssen untersucht werden, um sicherzustellen, dass Sie die richtige Diagnose erhalten, weshalb SieAuslöser und Symptome während der Wochen vor Ihrem Arzttermin notieren sollten. 

Notieren Sie sich außerdem, wie lange es dauert, bis Sie während des Trainings anfangen zu keuchen, damit Ihr Belastungstest richtig auf Ihr Fitnesslevel eingestellt werden kann, ohne ein falsches Negativ zu ergeben. Schreiben Sie zudem auf, ob sich Ihre Symptome verschlimmern, wenn Sie Umweltverschmutzungen ausgesetzt sind.  

Sie werden nur dann mit echtem Belastungsasthma diagnostiziert, wenn Ihr Auslöser sowohl auf zugrundeliegende Allergene oder Empfindlichkeiten als auch auf kalte, trockene Luft zurückzuführen ist. Wenn Ihre Ruhewerte bei einem Spirometrie-Test nicht normal sind, dann muss Ihr Auslöser gar nicht Sport sein, sondern einer komplett anderen Erkrankung zugrunde liegen.  

Es gibt bei EIA auch indirekte Auslöser. Zum Beispiel könnten, wenn Ihr Training nicht richtig auf Sie angepasst ist, andere Trainingstechniken, die Aufwärm- und refraktäre Perioden beinhalten, ausreichen, um einen Anfall zu verhindern. 

 

Behandlungsmöglichkeiten 

Traditionelle Asthmamedikamente bieten bei Sportasthma normalerweise Linderung. Es gibt eine große Auswahl an neuen Medikamenten, die ständig auf den Markt kommen. 2016 wurde ein neues Medikament namens Mepolizumab eingeführt, das für Patienten geeignet ist, bei denen andere Behandlungen nicht anschlagen.  

Traditionelle Bronchodilatoren und Inhalatoren funktionieren innerhalb von Sekunden, doch ihre Wirkung kann kurz sein. Langwirkende Betaantagonisten und Kortikosteroide bieten eine länger anhaltende Linderung und werden deshalb regelmäßig eingenommen, um Anfällen vorzubeugen. Wenn Ihre Anfälle stark sind, könnten intravenöse Corticosteroide vonnöten sein. Chronisches Asthma kann auch von Antiallergiespritzen sowie Omalizumab profitieren.  

Je nachdem wie schlimm Ihre Anfälle sind und wie oft Sie Sport treiben, wird sich Ihre Bewältigung entweder auf das Vorbeugen oder Lindern Ihrer Symptome konzentrieren, sodass Sie so stark trainieren können, wie Sie möchten, ohne ernsthaft eingeschränkt zu sein. Natürlich ist das nicht immer möglich, doch eine wirkstofffreie Behandlung könnte Ihnen dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. 

Wenn es kalt ist, trainieren Sie in einem warmen, luftbefeuchteten Raum und bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase. Wenn Sie an echtem Asthma leiden, vermeiden Sie Allergene. Sobald Sie fitter werden, bessern sich vermutlich auch Ihre Symptome, doch mit einer jeweils 10-minütigen Aufwärm- und Beruhigungsphase sollten Sie schneller und leichter atmen können. Zu lernen, Ihre Atmung zu überprüfen, kann bei der Verbesserung Ihres sportlichen Lebens sehr helfen. Zudem müssen Sie sich um jegliche zugrundeliegenden Erkrankungen und dazu beitragenden Krankheiten wie Bronchitis kümmern. 

Die Medizinbranche hat sich so weit entwickelt, dass Ärzte hoffen, ihre Patienten so behandeln zu können, dass sie ihre Leben so führen können, wie sie wollen, ohne durch ihre chronischen Krankheiten eingeschränkt zu sein. Durch Versuch, Irrtum und der Hilfe der Medizinwissenschaft, könnte dies machbar sein.