Was sind Chlamydien und wie werden sie übertragen?

Was sind Chlamydien und wie werden sie übertragen?

Symptome, Ansteckung, Behandlung

Die typische Chlamydieninfektion wird durch die Bakterien Chlamydia trachomatis verursacht. Diese Art der Chlamydienbakterien befällt in der Regel die Geschlechtsorgane und in seltenen Fällen den Rachen, die Augen sowie andere Teile des Körpers. Es handelt sich bei diesem Bakterienbefall um eine sexuell übertragbare Geschlechtskrankheit, von der Milliarden von Menschen betroffen sind. Insbesondere sexuell aktive, junge Menschen sind oft - ohne es zu wissen - davon betroffen. Die Symptome sind in vielen Fällen so schwer erkennbar, dass viele Menschen diese Infektion schon einmal hatten und nichts bemerkt haben. Leider hat die Chlamydieninfektion unter Umständen schädliche Nebenwirkungen für Frauen. Männer sind in einigen Fällen nur die Überträger.

Wir berichten in diesem Artikel alles über Übertragung, Symptome, Diagnose, Auswirkungen und Behandlung von Chlamydia trachomatis.


Welche Typen der Chlamydia trachomatis gibt es?

Es gibt verschiedene Unterarten des Bakteriums Chlamydia trachomatis. Bei Nichtbehandlung können sich die Bakterien auf andere Bereiche des Körpers ausbreiten. Diese folgenden Unterarten werden Serotypen genannt.
Serotypen A - C: Die Serotypen A, B und C sind in tropischen Regionen zu finden. Sie verursachen ein Trachom im Auge. Mit Trachom ist eine chronische Bindehautentzündung gemeint, die zur Erblindung führen kann. Sie werden nicht über den sexuellen Kontakt übertragen.

  • Serotypen D - K: Die Serotypen D, E, F, G, H, I, J und K sind in Europa, USA und Russland verbreitete Chlamydientypen, die die bereits erwähnte Geschlechtskrankheit verursachen. Die Serotypen D - K können zusätzlich eine Bindehautentzündung in den Augen verursachen. Bei Nichtbehandlung können sich die Bakterien ausbreiten, auch im Rachen oder an anderen Stellen des Körpers auftreten und zu Entzündungen führen.
  • Serotypen L1 - L3: Die Serotypen L1, L2 und L3 sind ebenfalls in tropischen Regionen zu finden. Sie werden über sexuellen Kontakt übertragen und verursachen die Krankheit Lymphogranuloma venereum. Es werden kleine, nicht schmerzende, chronische Geschwüre und Lymphödeme durch diese Krankheit verursacht.

Wir beziehen uns im folgenden Text auf die Serotypen D - K, die in Europa, Russland und USA weit verbreitet sind und als Geschlechtskrankheit gelten.

 

Wie wird Chlamydia trachomatis übertragen?

Chlamydia trachomatis Bakterien kommen nur beim Menschen vor.  Die Infektion mit dem Bakterium erfolgt per Tröpfcheninfektion, durch Augensekret und durch Sekretaustausch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel ein bis vier Wochen.
 

Über direkten Kontakt mit den Schleimhäuten durch infizierte Körperflüssigkeiten sind folgende Wege möglich:

- Oral
- Anal
- Vaginal
- Über die Schleimhaut des Penis
- Handkontakt
 

Die Ansteckung mit Chlamydia trachomatis ist bei sexuellen Praktiken dann möglich, wenn ein direkter Kontakt zwischen Körpersekreten und/oder Schleimhäuten stattfindet. Laut Statistik werden die Bakterien am häufigsten über Anal- und Vaginalverkehr übertragen. Beim Oralverkehr können sich die Bakterien im Rachen ansiedeln. Im Rachen sind sie jedoch ungefährlich und verschwinden dort nach einiger Zeit wieder. Die Übertragung über Sexspielzeuge ist möglich, jedoch nicht so häufig.
 

Die Chlamydien können sich in den Schleimhäuten folgender Bereiche ansiedeln:

- Harnröhre
- Rachen
- Gebärmutterhals
- Enddarm
- Vagina
 

In den folgenden Körperflüssigkeiten sind die Bakterien zu finden:
- Scheidenflüssigkeit
- Sperma
- Urin (in geringer Konzentration)
 

Achtung: Durch eine Chlamydieninfektion in der Schwangerschaft kann möglicherweise bei der Geburt das Neugeborene infiziert werden.


Was sind die Symptome?

Die starke Ausbreitung der Chlamydien erfolgt aufgrund der Unwissenheit der Betroffenen, denn die Symptome können schwach bis gar nicht auftreten und sind nicht immer eindeutig zu erkennen. Eventuell erfährt der Betroffene nur kurzzeitige Symptome und danach ist wieder alles in Ordnung. Die Symptome treten jedoch in der Regel 1-3 Wochen nach der Infektion auf und sind geschlechtsspezifisch.
 

Symptome bei Frauen

Bei Frauen passiert es mehrheitlich, dass sie gar keine Symptome erfahren. Leider wandern die Bakterien jedoch in die Gebärmutter und die Eierstöcke hoch. Es können folgende Symptome auftreten:

  • Weißlicher, unangenehm riechender Ausfluss
  • Stärkere Periode als gewohnt
  • Schmerzen im Genitalbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Zwischenblutungen
  • Entzündung der Eierstöcke
  • Verklebung der Eierstöcke
  • Entzündung im Uterus
  • Juckreiz
  • Unfruchtbarkeit nach einer solchen Entzündung
  • Tritt die Infektion in der Schwangerschaft auf, so können sich die Bakterien auf das Kind übertragen
     

Symptome bei Männern

Bei der Hälfte der betroffenen Männer können keine Symptome festgestellt werden. Oft wandert die Infektion tiefer in den Körper und die Bakterien befallen Prostata und/oder Nebenhoden.

  • Das erste Syndrom: Entzündung der Harnröhre und damit verbundene Schmerzen beim Wasserlassen
  • Weißlicher Ausfluss tritt aus der Penisspitze
  • Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen
  • Juckreiz am After
  • Druckgefühl und Schmerzen am Penis
  • Unfruchtbarkeit kann im schlimmsten Fall drohen, wenn die Infektion nicht behandelt wird


Wie wird Chlamydia trachomatis diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine mögliche Ansteckung mit Chlamydien sollten Sie so schnell wie möglich handeln, damit die Bakterien nicht weiter in das Innere des Körpers vordringen können. Heutzutage gibt es Schnelltests in Form eines Abstriches oder eines Urintests, die durchgeführt werden können. Suchen Sie am besten schnell einen Arzt auf. Sollte dies jedoch nicht möglich sein, so kann ein Schnelltest auch per Internet bei einer Online Apotheke bestellt werden. Wir raten jedoch zum direkten Besuch beim Arzt, der Ihnen dann ein entsprechendes Antibiotikum verschreiben wird und Sie nochmals genau aufklärt.
 

Therapiemöglichkeiten bei Chlamydien

Die Chlamydia trachomatis Bakterien lassen sich mit folgenden Antibiotika erfolgreich behandeln:

  • Tetrazykline, wie beispielsweise Doxycyclin (Einnahmezeit 1 Woche)
  • Makrolide, wie zum Beispiel Azithromycin oder Erythromycin (Einnahmezeit 1 Woche)
  • Chinolin, wie beispielsweise Levofloxacin (Einnahmezeit 1 Woche)
  • Azithromycin (Einmaldosis)

Nach der Antibiotikabehandlung sollte mindestens nach 14 Tagen ein weiterer Test gemacht werden, um zu schauen, ob die Bakterien abgetötet wurden. In dieser Zeit sollte gar kein Sekretaustausch mit anderen Menschen stattfinden. Da sich das Bakterium so leicht überträgt, sollten mögliche Sexualpartner, die für eine Infizierung infrage kommen oder die in Verdacht stehen, das Bakterium übertragen zu haben, schnellstens informiert werden. Eine frühzeitige Behandlung kann die weitere Ausbreitung verhindern.
 

Präventionsmaßnahmen

Bis dato gibt es noch keinen Schutz vor Chlamydia trachomatis. Die einzige Möglichkeit sich nicht anzustecken ist eine Reduzierung der Risiken zur Ansteckung. Die Verwendung eines Kondoms ist zum Schutz unabdingbar. Das Kondom für die Frau namens Femidom ist an dieser Stelle zu erwähnen, da es ebenfalls effektiven Schutz garantiert. Nicht dabei zu vergessen ist, dass die Ansteckung auch oral, anal und über Sexspielzeuge sowie Hände vonstattengehen kann.

Der häufige Wechsel des Sexualpartners bringt besondere Risiken und hier gilt große Vorsicht. In diesem Fall ist es ratsam regelmäßige Tests zu machen. Das Verantwortungsbewusstsein der Infizierten ist ebenfalls wichtig: Im Falle einer Infektion sollte jeglicher sexueller Verkehr eingestellt werden.
 

Quellen:

Klassisches Nachschlagewerk in Printform von Susanne Andreae (2008), Trias Verlag: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen [28.05.2020]

Deutsche Aidshilfe (2020): Chlamydien https://www.aidshilfe.de/chlamydien [28.05.2020]

Apotheken Umschau (2018): Chlamydien, unerkannte Gefahr https://www.apotheken-umschau.de/Geschlechtskrankheiten/Chlamydien-Unerkannte-Gefahr-106659.html  [28.05.2020]

Pro Familia (2020): Chlamydien https://www.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Reihe_Koerper_und_Sexualtitaet/chlamydien.pdf [28.05.2020]