Chlamydia Trachomatis - Symtome & Therapien - Medzino

Chlamydia Trachomatis

Symtome & Therapien

Bei Chlamydia trachomatis handelt es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit. Im deutschen Sprachgebrauch Chlamydien genannt ist diese Infektion die häufigste Geschlechtskrankheit in den meisten Industriestaaten. Dabei können Chlamydien sowohl Symptome an den Geschlechtsorganen sowie in den Augen und im Rachen verursachen. Chlamydien sind Bakterien, welche nur in lebenden Zellen überlebensfähig sind. Sie können sich nur in Körperzellen vermehren. Nachdem die Bakterien in die Zellen gelangt sind, können sie diese aufplatzen lassen. Dadurch werden die Chlamydien im Körper freigesetzt und können sich weiter vermehren.
 

Chlamydia trachomatis

Es gibt verschiedene Formen von Chlamydien. In diesem Beitrag werden wir vor allem auf Chlamydia trachomatis eingehen. Diese Art der Chlamydien wird in verschiedene Untergruppen eingeteilt, die man auch als Serovare bezeichnet. Die Serovare A-C verursachen mehrheitlich Symptome an den Augen, insbesondere Bindehautentzündungen. Diese Form kommt oft bei Kindern vor, insbesondere in Entwicklungsländern. Denn es kann festgestellt werden, dass Chlamydien nicht nur durch Sexualkontakt, sondern auch durch schlechte hygienische Verhältnisse ausgelöst werden können. Unbehandelt können die Serovare A-C zur Erblindung führen.

Die übrigen Serovare (D-K) verursachen Infektionen an den Geschlechtsorganen. Diese Serovare sind der Hauptbestandteil dieses Artikels. Sie werden in der Regel über sexuellen Kontakt übertragen, insbesondere über die Schleimhäute. Daher können Sie sich sowohl bei Vaginal- sowie Anal- und Oralsex mit Chlamydien anstecken. Eine Barrieremethode der Verhütung wie etwa ein Kondom kann das Risiko einer Infektion stark einschränken. Jedoch können auch die Serovare D-K bei schlechten hygienischen Zuständen eingefangen werden. Unbehandelt kann die Infektion bis tief in die Geschlechtsorgane eindringen, und gar zu Unfruchtbarkeit führen.
 

Symptome der Serovare D-K

Das Problem bei Chlamydien ist, dass sich oftmals keine Symptome zeigen. Dadurch kann es dazu kommen, dass die Infektion nicht, oder erst sehr spät, erkannt wird. Daher ist es ratsam, sich regelmäßig auf Chlamydien testen zu lassen. Die Symptome sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Bei über 70% der infizierten Frauen zeigen sich gar keine Symptome. Falls es doch zu Symptomen kommt äußern sich diese oft in Form von eitrigem vaginalem Ausfluss, Blutungen insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr, menstruale Zwischenblutungen sowie Harnwegsinfektionen. Eitriger Ausfluss ist dabei das häufigste Symptom; dieser ist oft stark reichend. Außerdem kann es zu Brennen beim Wasserlassen wie auch zu Schmerzen im Unterleib kommen. Dies ist insbesondere der Fall, falls sich die Infektion bereits ausgebreitet hat. Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion bei Frauen nebst Unfruchtbarkeit auch vermehrt Eileiterschwangerschaften verursachen.

Männer zeigen häufiger Symptome als Frauen, jedoch verläuft auch bei Männern die Infektion bei 50% der Betroffenen asymptomatisch. Diejenigen Männer, die Symptome aufweisen, klagen oft über Brennen und Jucken beim Wasserlassen, Harnröhrenentzündungen, Nebenhodenentzündungen sowie schleimigen Ausfluss. Auch eine Prostataentzündung ist nicht auszuschließen. Bei sowohl Männern wie auch bei Frauen kann es zu Rachenentzündungen kommen, falls die Chlamydien per Oralsex übertragen wurden.
 

Therapien

Grundsätzlich lassen sich Chlamydien gut behandeln. Nachdem die Infektion von einem Arzt oder einer Ärztin festgestellt wurde, wird meist Antibiotika verschrieben. Häufig werden dabei Tetrazykline wie etwa Doxycyclin verordnet. Tetrazykline greifen die Eiweißproduktion der Bakterien an, wodurch sich diese nicht vermehren können, und letztlich absterben. Falls Sie mehr Informationen zu diesen Antibiotika wünschen, können Sie unseren entsprechenden Beitrag zu diesen Medikamenten konsultieren.

Beachten Sie, dass Sie während der Chlamydien-Therapie mit Antibiotika keinen Geschlechtsverkehr haben sollten. Auch sofern Sie sich rasch besser fühlen ist es zentral, dass Sie die betroffenen Stellen nicht zusätzlich reizen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, wie lange Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten sollten.

Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass bei Chlamydien eine Informationspflicht besteht. Sie müssen Ihren Partner oder Ihre Partnerin über Ihre Ansteckung informieren. Damit können Sie verhindern, dass Sie sich wiederholt gegenseitig anstecken. Auch ehemalige Partner müssen informiert werden, damit sich diese untersuchen lassen können.


Quellen

Swiss Medical Forum - Schweizerisches Medizin-Forum 2017/34, Seite 705-711.

AWMF online: Das Portal der Wissenschaftlichen Medizin. 059/005, 2016, S2k-Leitlinie: Infektionen mit Chlamydia trachomatis.

https://www.onmeda.de/krankheiten/chlamydien.html

https://www.netdoktor.de/krankheiten/chlamydien-infektion/