Erektionsstörungen im Alter – muss ich mir Sorgen machen?

Erektionsstörungen im Alter

Muss ich mir Sorgen machen?

Nein, Sie sind hiermit nicht alleine! Bei vielen Männern wird der Penis im Alter nicht mehr so steif, es braucht eine intensivere oder längere Stimulation, um eine Erektion zu erlangen, oder es kann gar keine Erektion mehr erreicht werden. Während nur ungefähr 2% der Männer zwischen 30 und 39 Jahren an einer Erektionsstörung leiden, sind es immerhin ungefähr 35% der Männer zwischen 60 und 69 Jahren. Bei den Männern zwischen 70 und 80 Jahren sind sogar mehr als die Hälfte von einer Erektionsstörung betroffen. Diese Zahlen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Erektionsstörungen und dem Alter. Erektionsstörungen können natürlich in jedem Alter auftreten, die Wahrscheinlichkeit dafür nimmt jedoch mit dem Alter zu. Doch auch im höheren Alter ist es das gute Recht eines jeden von uns, ein aktives und auch befriedigendes Sexualleben zu führen. Oder verspüren Sie etwa keine sexuellen Impulse mehr!? Scheuen Sie sich daher nicht, ärztlichen Rat aufzusuchen. Auch im Alter ist eine Erektionsstörung noch gut zu behandeln!
 

Wieso ist die Wahrscheinlichkeit für eine Erektionsstörung im Alter erhöht?

Mit zunehmendem Alter nehmen oft auch die gesundheitlichen Beschwerden zu. So treten nicht selten ein erhöhter Blutdruck oder Cholesterinspiegel, Schmerzstörungen, Prostatabeschwerden oder Übergewicht auf. All dies bedingt oft eine Erektionsstörung. Außerdem können die Nebenwirkungen der hierfür eingenommenen Medikamente eine erektile Dysfunktion verstärken. Ein anderer Grund für Ihre Erektionsstörung könnte der Mangel an Testosteron sein, da der Testosteronspiegel mit dem Alter sinkt. Auch dies ist ganz normal. Es ist bewiesen, dass hauptsächlich die körperlichen Einschränkungen für die Erektionsstörungen im Alter verantwortlich sind. In jüngeren Jahren hingegen spielen psychische Probleme, wie zum Beispiel Versagensängste oder Stress, eine bedeutendere Rolle. Dies ist natürlich auch im Alter nicht ausgeschlossen. Daher ist es wichtig, schnellstmöglich gegenzusteuern. Ausreichend Bewegung und ein gesunder Lebensstil wirken präventiv. Hierfür ist kein 10-km-Lauf notwendig, ein kleiner Spaziergang um den Block ist besser als nichts!
 

Was kann ich dagegen tun?

Wie bei fast jeder Krankheit gibt es auch gegen Erektionsstörungen Medikamente. Das Ihnen wohl gängigste Mittel ist wahrscheinlich Viagra, wobei es noch einige mehr, wie zum Beispiel Tadalafil, Spedra oder Levitra, auf dem Markt gibt. Sie alle weiten die Blutgefäße und verbessern so den Blutfluss zum Penis. Als nichtmedikamentöse Behandlung eignet sich zum Beispiel die Vakuumpumpe oder auch ein spezielles Beckenbodentraining. Sind psychische Problem für Ihre Erektionsstörungen verantwortlich, was im Alter eher seltener der Fall ist, so kann eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Oft hilft es schon, wenn Sie Ihren Lebensstil umstellen. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, schränken Sie Ihren Alkohol- oder Drogenkonsum ein und nehmen Sie lieber die Treppe statt den Fahrstuhl. Egal für welche Behandlungsmethode Sie sich im Endeffekt entscheiden, Sie sollten zuvor unbedingt eine medizinische Abklärung bei Ihrem Arzt vornehmen lassen. Denn oft kann eine Erektionsstörung auf eine dahinter liegende Krankheit, wie zum Beispiel Diabetes, hinweisen. Die Erektionsstörung als Zeichen eines Herzinfarkts sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben, auch wenn dies eher seltener der Fall ist.
 

Quellen

http://www.sexuologie-info.de/pdf/Bd.10_2003_2.pdf#page=2

https://www.researchgate.net/profile/Kirsten_Sydow/publication/247467628_Sexuelle_Probleme_und_Storungen_im_hoheren_Alter/links/004635252af55eec18000000.pdf

http://doc.rero.ch/record/310621/files/120_2005_Article_841.pdf

https://www.maennergesundheit.info/erektionsstoerungen/ursachen/alter.html

http://www.urologenportal.de/patienten/patienteninfo/patientenratgeber/erektionsstoerungen.html