Erythromycin : So hilft das Antibiotikum bei Akne - Medzino

Erythromycin : So hilft das Antibiotikum bei Akne

Wirkung, Neben-und Wechselwirkungen

Leiden Sie an Akne? Damit sind Sie nicht allein. Akne vulgaris ist eine der häufigsten Hauterkrankungen – obwohl vor allem junge Leute davon betroffen sind, kann die Krankheit jederzeit bei allen auftreten.

Akne kann auf verschiedene Arten bekämpft werden. Einerseits gibt es diverse Hausmittel, die bei leichteren Formen durchaus helfen können. In schwereren Fällen von Akne verschreiben Hautärzte oftmals Medikamente, da Hausmittel nicht ausreichen. Ein solches Medikament ist Erythromycin. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkungsweise, Anwendung sowie Nebenwirkungen dieses Medikaments.


Wie entsteht Akne?

Akne vulgaris ist die gängigste Form von Akne. Sie wird meist durch hormonelle Veränderungen ausgelöst wie etwa in der Pubertät oder auch während der Schwangerschaft. Insbesondere bei einer Überproduktion von Androgenen wie etwa Testosteron kann Akne ausbrechen. Es kommt dabei zu einem Überschuss an Talg und einer Verhornung der Haut, wodurch sich die Poren verstopfen. Normalerweise sorgt Talg dafür, dass die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Falls jedoch zu viel davon gebildet wird, kann er nicht abfließen. Dies führt dazu, dass sich die Poren entzünden, was einen Nährboden für verschiedene Bakterien bildet. Diese Bakterien vermehren sich innerhalb der Poren und verschlimmern die Entzündung. Dadurch entstehen die Akne-typischen Pickel.


Wirkungsweise von Erythromycin

Erythromycin ist ein Medikament, welches zur Behandlung schwererer Formen von Akne eingesetzt werden kann. Es handelt sich dabei um ein Antibiotikum, welches sowohl als Creme oder Gel angewendet oder auch als Tabletten eingenommen werden kann. Zur Behandlung von Akne werden meist Cremes oder Gels verschrieben, welche Erythromycin enthalten.

Erythromycin wird in die Kategorie der Makrolid-Antibiotika eingeordnet.

Diese richten sich gezielt gegen die Eiweißproduktion der Bakterien. Eiweiße sind für alle Organismen überlebenswichtig, so auch für Bakterien. Die Informationen zur Herstellung der Eiweiße ist jeweils im Erbgut der Bakterien gespeichert – Erythromycin verhindert, dass die Bakterien diese Informationen zur Herstellung verwenden können. Dadurch können sich die Bakterien nicht vermehren und das körpereigene Immunsystem kann sie unter Kontrolle bringen und effizient bekämpfen. Erythromycin tötet daher die Bakterien nicht selber ab, sondern unterstützt den Körper dabei, diese Aufgabe selbst übernehmen zu können.

Im Kampf gegen Akne bedeutet dies, dass das Medikament die bakterielle Entzündung in den Poren bekämpft. Indem sich die Bakterien nicht vermehren können, kann die Entzündung der Poren abheilen und der Talg abfließen. Dadurch reduziert sich Akne und die Schwellungen der Haut gehen zurück.  

Als Breitbandantibiotikum kann Erythromycin auch gegen andere Krankheiten eingesetzt werden. Insbesondere, falls es tablettenförmig eingenommen wird, kann es beispielsweise gegen Syphilis, Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder auch Tripper eingesetzt werden.


Wie wende ich Erythromycin an?

In der Regel wird Erythromycin zur Behandlung von Akne als Creme, Lotion oder Gel verwendet. Diese oberflächliche Anwendung sorgt dafür, dass das Medikament tief in die Hautschichten eindringen kann.

Reinigen Sie vor der Anwendung die betroffenen Hautstellen gründlich mit lauwarmem Wasser. Anschließend wird die Lösung oder Creme direkt auf die Akne aufgetragen. Wiederholen Sie diesen Vorgang zweimal täglich. Wie lange Sie Erythromycin anwenden sollten, müssen Sie vorgängig mit einem Arzt besprechen. Halten Sie sich stets an die Anweisungen Ihres Arztes, da ein vorzeitiges Beenden der Therapie zu erneuten Ausbrüchen der Krankheit führen kann. Außerdem kann es bei einem vorzeitigen Abbruch zu einer Resistenzbildung kommen.

Falls Sie Erythromycin in der Form von Tabletten einnehmen, gelten leicht andere Anwendungshinweise. Die Tabletten werden drei- bis viermal täglich eingenommen, idealerweise mit ausreichend Flüssigkeit und zirka 1-2 Stunden nach einer Mahlzeit. Auch hier ist es wichtig, dass Sie die Therapie zu Ende führen. Normalerweise dauert die Therapie mittels Tabletten sieben bis acht Tage, während die Lotion bedeutend länger aufgetragen werden kann.


Welche Nebenwirkungen kann Erythromycin haben?

Wie bei jedem anderen Medikament kann es auch bei der Anwendung von Erythromycin zu Nebenwirkungen kommen. Grundsätzlich gilt Erythromycin als sehr gut verträglich und nebenwirkungsarm. Dies ist ein Vorteil gegenüber anderen Antibiotika.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind wie bei den meisten Antibiotika Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit sowie Bauchschmerzen.

Seltener treten Wassereinlagerungen, Gelenkschwellungen, Juckreiz, Gelbsucht sowie Fieber auf.

Sehr selten kann es zu Hautreaktionen, Leberentzündungen, Ohrgeräuschen sowie Nierenentzündungen kommen.

Konsultieren Sie für eine vollständige Liste der Nebenwirkungen stets die Packungsbeilage.


Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Leider kann die Kombination von Erythromycin mit diversen anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen führen. Diese können teils gefährlich sein, weshalb sie vermieden werden sollten.

Erythromycin sollte nicht gleichzeitig mit Antibiotika angewendet werden, welche in die Kategorie der Tetrazykline eingeordnet werden. Diese Antibiotika werden unter anderem zur Behandlung von Malaria eingesetzt. Die beiden Wirkstoffe können sich gegenseitig aufheben und sollten daher nicht kombiniert werden.

Auch sollte während der Therapie mit Erythromycin auf potenzsteigernde Medikamente wie Sildenafil oder Tadalafil verzichtet werden. Diese Medikamente werden durch einen ähnlichen Prozess abgebaut, weshalb dieser Abbau bei gleichzeitiger Anwendung weniger effizient ist. Dies führt zu einer erhöhten Konzentration der Wirkstoffe im Blut, wodurch gefährliche Nebenwirkungen auftreten können. Dasselbe gilt für gewisse Epilepsiemedikamente, Beruhigungsmittel wie Diazepam und Midazolam sowie Cholesterinsenker.

Antihistaminika sollten ebenfalls nicht gleichzeitig mit Erythromycin eingenommen werden, da dies zu Herzrhythmusstörungen führen kann.
Beachten Sie außerdem, dass die Wirkung der Antibabypille durch Erythromycin beeinträchtigt sein kann. Verwenden Sie daher zusätzlich ein Kondom, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.


Wer sollte Erythromycin nicht anwenden?

Unter gewissen Umständen sollten Sie auf die Anwendung von Erythromycin verzichten. Wenden Sie Erythromycin niemals an, falls sie allergisch auf Makrolid-Antibiotika reagieren.

Auch falls Sie an bestimmten Vorerkrankungen leiden sollten Sie Erythromycin meiden. Dazu gehören insbesondere Herzrhythmusstörungen und Lebererkrankungen.

Falls Sie schwanger sind, sollten Sie die Anwendung zwingend vorgängig mit einem Arzt besprechen. Nach dem Stand der bisherigen Forschung raten Experten schwangeren Frauen von der Anwendung von Makrolid-Antibiotika ab.

Beachten Sie unsere Hinweise zu Wechselwirkungen, falls Sie während der Therapie mit Erythromycin gleichzeitig andere Medikamente einnehmen müssen.
 

Quellen

https://medlexi.de/Erythromycin

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-272006/topische-und-systemische-therapie-der-akne/

https://flexikon.doccheck.com/de/Erythromycin

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=erythromycin

https://www.perfect-lifestyle.net/beauty/akne-pickel/schulmedizin/antibiotika-gegen-akne

https://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/ERYTHROMYCIN-ratiopharm-500-mg-Filmtabletten-424102.html

https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Erythromycin/wirkung-medikament-10.html

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Erythromycin_87

https://www.netdoktor.de/medikamente/erythromycin/