Der weibliche Zyklus – wann sind die fruchtbaren Tage?

Der weibliche Zyklus - wann sind die fruchtbaren Tage?

Bedeutung, Ablauf und Auswirkungen auf den Körper

Der weibliche Zyklus ist allgegenwärtig im Leben jeder Frau. Wissen Sie jedoch, wie ein solcher Zyklus genau abläuft? Mehr über den eigenen Zyklus zu erfahren kann für die Frau nur positiv sein; denn der Zyklus bestimmt nicht nur Ihre fruchtbaren Tage, sondern kann auch Auswirkungen auf Ihre Stimmung, Hautbild und gar Gewicht haben. Für manche Frauen dient der Zyklus um einen Kinderwunsch zu beschleunigen. Erfahren Sie hier mehr darüber, was während eines Monates in Ihrem Körper abläuft.
 

Der Ablauf des weiblichen Zyklus

Der weibliche Zyklus ist jener Vorgang, bei welchem sich die Gebärmutterschleimhaut verändert, und eine Eizelle im Eierstock heranreift. Wird diese Eizelle nicht befruchtet, wird sie am Ende des Zyklus wieder ausgestossen. Der Zyklus kann in drei verschiedene Phasen unterteilt werden.

Die erste Phase des Zyklus ist die Menstruationsphase, oder Desquamationsphase. Diese Phase beginnt mit dem ersten Tag Ihrer Monatsblutung und dauert vom ersten bis zum vierten Zyklustag. Während dieser Phase wird die überflüssige Schicht der Gebärmutterschleimhaut aus der Gebärmutter ausgestoßen. In dieser Schicht nisten sich während des restlichen Zyklus Eizellen ein; werden diese während des Zyklus nicht befruchtet werden sie zu Beginn des nächsten Zyklus mit Blut aus der Gebärmutter entfernt. Dadurch wird die monatliche Menstruationsblutung ausgelöst. Diese kann von Frau zu Frau unterschiedlich lange dauern. Die übrig gebliebene Schicht der Gebärmutter regeneriert sich daraufhin selbst, worauf sich im Rest des Zyklus wieder Eizellen darin einnisten können.

Die zweite Phase nennt man Proliferationsphase. Sie dauert vom fünften bis hin zum 14. Zyklustag. Während der Proliferationsphase wachsen Follikel heran, welche beim Eisprung aufplatzen; meist bleibt nur eines dieser Follikel übrig. Der Hormonspiegel von sowohl Östrogen wie auch des Hormons FSH steigt in dieser Zeit an. Durch den erhöhten Östrogenspiegel wird die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut. Der Anstieg des Hormons FSH sorgt dafür, dass die Eizelle freigegeben wird, und aufplatzt. Durch diesen Vorgang kann die Eizelle befruchtet werden. Unabhängig davon, ob die Eizelle befruchtet wird oder nicht, gelangt sie in die Gebärmutter. Hier wächst die Gebärmutterschleimhaut weiter an und verdickt sich. Dies soll die befruchtete Eizelle schützen. Der Eisprung an und für sich erfolgt etwa in der Hälfte des Zyklus, sprich etwa am 14. Tag. Aus einer befruchteten Eizelle kann ein Baby heranwachsen, eine unbefruchtete wird ausgestoßen.

Die dritte und letzte Phase im weiblichen Zyklus ist die Lutealphase. Diese beginnt nach dem Eisprung, und dauert folglich vom 15. Bis zum 28. Tag des Zyklus. Sie wird auch als Sekretionsphase bezeichnet. Der Follikel, sprich die Hülle der während der Proliferationsphase entstandene Eizelle, wandelt sich in einen Gelbkörper um. Dieser wiederum produziert das Hormon Progesteron, welches die Gebärmutterschleimhaut umbaut. Für das Überleben einer befruchteten Eizelle ist dieser Vorgang notwendig, ansonsten wird sie wieder ausgestossen. Dies bewirkt das Ausbleiben der Monatsblutung bei einer Schwangerschaft; die Gebärmutterschleimhaut wird nicht abgestoßen, wodurch keine Monatsblutung entsteht. Falls sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat, fällt der Progesteronspiegel ab. Ohne den hohen Progesteronspiegel verändert sich die Gebärmutterschleimhaut wieder, und wird abgestoßen.

 
Was bedeutet dies nun für die fruchtbaren Tage?

Allgemein bekannt ist, dass die Frau während des Eisprungs fruchtbar ist. Dieser findet am 14. Zyklustag statt; wann genau dieser Tag ist, ist von Frau zu Frau verschieden, da der Zyklus nicht bei allen Frauen gleich lang dauert. Die fruchtbaren Tage reduzieren sich jedoch nicht lediglich auf den Eisprung. Männliche Spermien können bis zu fünf Tage im weiblichen Körper überleben. Dies bedeutet, dass man bis zu fünf Tage vor dem Eisprung fruchtbar ist. Auch nach dem Eisprung sind Sie weiterhin fruchtbar, da die Eizelle bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig bleibt.
 

Kann ich meine fruchtbaren Tage erkennen?

Dies ist tatsächlich möglich. Der einfachste Weg, Ihre fruchtbaren Tage zu erkennen sind Ovulationstests. Diese Tests funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests; sie messen den Hormongehalt im Urin, und bestimmen so, ob Sie fruchtbar sind, oder nicht. Diese Tests sind wohl die zuverlässigste Methode. Es gibt allerdings noch andere Arten, wie Sie Ihre fruchtbaren Tage erkennen können.

Sie können den Eisprung auch mit der Temperaturmethode bestimmen. Diese Methode birgt jedoch das Problem, dass sie anzeigt, wann der Eisprung vorbei ist – die Körpertemperatur der Frau erhöht sich nach dem Eisprung. Diese Methode ist geeignet, falls Sie sie über eine längere Zeit hinweg anwenden. Dadurch können Sie genauer bestimmen, in welchem Abstand Ihr Eisprung stattfindet, und somit Ihre fruchtbaren Tage ermitteln.

Letztlich kann auch der Gebärmutterhalsschleim beobachtet werden, welcher oft als Ausfluss bei Frauen auftritt. Die Konsistenz des Ausflusses verändert sich während des Zyklus, zu Beginn ist er oft zähflüssig. In den Tagen vor und während des Eisprungs wird er flüssiger und durchsichtiger. Manche Frauen berichten auch über einseitige Unterleibsschmerzen am Tag des Eisprungs.

Die fruchtbaren Tage zu erkennen, kann Frauen dabei helfen, schwanger zu helfen. Jedoch machen sich manche Frauen dieses Wissen auch zu Nutze, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Dies kann ein guter Anhaltspunkt sein. Beachten Sie jedoch, dass das Vermeiden der fruchtbaren Tage nicht gleich sicher ist, wie eine hormonelle Verhütungsmethode, oder eine Barrieremethode der Verhütung (Kondom). Der Zyklus jeder Frau ist leicht anders, und die fruchtbaren Tage vorherzusagen ist nicht immer leicht. Außerdem ist Ihr Zyklus selten genau gleich wie im Monat zuvor. Dies ist insbesondere bei jungen Frauen der Fall.
 

Welche Auswirkungen hat der Zyklus auf meinen Körper?

Sie haben vielleicht schon bei sich bemerkt, dass Sie jeweils zu verschiedenen Zeiten im Monat anfälliger für unreine Haut sind, oder vermehrt Stimmungsschwankungen auftreten. Dies kann durchaus mit dem Zyklus zusammenhängen.

Das Hautbild kann sich tatsächlich während des Zyklus verändern. Dies liegt daran, dass in den unterschiedlichen Phasen des Zyklus unterschiedliche Mengen an Hormonen vorliegen. Diese Schwankungen können sich negativ auf das Hautbild auswirken, je nach Empfindlichkeit der Frau.

Wie bereits gesehen verändert sich die Körpertemperatur während des Zyklus leicht, nach dem Eisprung ist die Temperatur jeweils etwas höher. Auch das Körpergewicht und der Brustumfang schwanken während des Zyklus. Ihr Körpergewicht wird nach der Periode jeweils etwas geringer sein, sowie auch der Brustumfang. Vor und während der Periode kann es zu Wassereinlagerungen in der Brust kommen, was die Brüste leicht vergrößert, und das Körpergewicht etwas ansteigen lässt.

Auch Ihr sexuelles Verlangen kann während des Zyklus variieren. Insbesondere vor der Periode und während des Eisprungs ist die Durchblutung der Geschlechtsorgane erhöht, was bei gewissen Frauen ein erhöhtes sexuelles Verlangen auslöst. Nicht alle Frauen jedoch verspüren hierbei einen Unterschied.