Der Wirkstoff Isotretinoin gegen Akne Pickel - Medzino

Der Wirkstoff Isotretinoin gegen Akne Pickel

Wie wirksam ist das Medikament? Gibt es Nebenwirkungen?

Ob Mann oder Frau, jung oder alt – fast jeder wird einmal im Leben von Akne-Pickeln geplagt. Je nach Schweregrad kann dies eine große körperliche und seelische Belastung darstellen. Gerade die schwerste Form der Akne stellt ein hohes Risiko dar. Wer Narbenbildung vermeiden möchte, sollte daher einen Arzt aufsuchen und eine medikamentöse Behandlung in Betracht ziehen. Ein Wirkstoff im Kampf gegen Akne ist Isotretinoin.


Was ist Akne und wodurch entsteht es?

Bei Akne handelt es sich um eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut. Betroffene leiden zumeist an hormonellem Ungleichgewicht. Insbesondere männliche Geschlechtshormone sind für die Talgproduktion verantwortlich. Besteht also ein Übergewicht dieses sogenannten Testosterons, kommt es zu einer vermehrten Talgbildung innerhalb der Drüsen, die diese letztlich verstopfen. Es entstehen Mitesser (Komedonen) auf dem Gesicht, Dekolleté oder Rücken.  

Lagern sich auf diesen Mitessern nun Bakterien ab, kann es zu Rötungen und schmerzhaften Entzündungen kommen. Resultat in diesem Stadium sind nun Papeln sowie Pusteln. Es kann grundsätzlich zwischen drei Schweregraden unterschieden werden. Eine leichte Form der Akne-Erkrankung tritt zumeist bei Jugendlichen auf und heilt bei Erreichen des Erwachsenenalters wieder ab. Dabei sind aufgrund des Überschusses an Testosteron insbesondere junge Männer von Hautunreinheiten und Mitessern betroffen. Bei mittelschwerer Akne kommt es zu Entzündungen einzelner Mitesser sowie Eiterbildung. Die stärkste Form der Akne lässt sich am schwierigsten behandeln. Entzündungen dringen so tief in die Haut ein, dass sich Abszesse bilden können und eine erhöhte Vernarbungsgefahr besteht.

Akne im Erwachsenenalter wird bei Frauen insbesondere durch eine Hormonumstellung wie das Absetzen der Pille begünstigt. Das abrupte Wegfallen dieses östrogenhaltigen Präparats sorgt für einen hormonellen Überschuss an Testosteron, welcher wiederum in einer erhöhten Talgproduktion resultiert. Dadurch können Pickel auch nach der Pubertät erneut auftauchen.  

 
Was ist Isotretinoin und wann sollte es eingesetzt werden?

Isotretinoin ist ein antibakterieller Wirkstoff, der in seiner chemischen Struktur mit Vitamin A (Retinol) verwandt ist. Retinoide werden seit langem in der Aknetherapie eingesetzt. Der Wirkstoff trägt aktiv dazu bei, das Ausbreiten von Mitessern zu verhindern und eine Abheilung zu fördern. Letztlich wird die Neubildung von Mitessern durch Hemmung der Talgproduktion nachhaltig verhindert.
 
Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen sollte Isotretinoin jedoch lediglich zur Behandlung schwerer Akne-Fälle angewandt werden. Betroffene können nach ihrem 12. Lebensjahr mit einer Behandlung beginnen. Der Wirkstoff Isotretinoin kann dabei äußerlich, in Form eines Gels, auf betroffene Hautstellen aufgetragen werden oder über Tabletten eingenommen werden.  

Isotretinoin ist rezeptpflichtig. Dosis und Einnahmezeitraum des Wirkstoffes sollten in jedem Fall mit einem Arzt abgesprochen werden.

 
Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Isotretinoin wird mit einigen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht und ist deshalb lediglich für die Behandlung schwerer Akne zugelassen.  

Schwangere sollten den Wirkstoff unter keinen Umständen einnehmen, da er Missbildungen beim Embryo hervorrufen kann. Auch wenn Sie stillen, sollten Sie auf eine Isotretinoin-Behandlung dringend verzichten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und dadurch Ihrem Kind schadet.  

Isotretinoin wird darüber hinaus mit der Entstehung und Verschlimmerung von depressiven Verstimmungen sowie suizidalen Gedanken in Verbindung gebracht. Es wird deshalb zu besonderer Vorsicht geraten, insbesondere wenn Sie im Vorfeld der Behandlung bereits mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten.  

Weitere Nebenwirkungen sind Entzündungen der Augen und des Mundes, Haarausfall, Schleimhautentzündungen und Gelenkschmerzen. Auch eine Erhöhung der Blutfettwerte sowie des Blutzuckerspiegels ist möglich.

Grundsätzlich sollte vor Beginn der Behandlung ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann die Dosierung des Wirkstoffs im Hinblick auf Ihre individuelle Krankheitsgeschichte und möglichen Nebenwirkungen am besten abstimmen.
 

Isotretinoin und andere Medikamente?

Isotretinoin sollte nicht in Kombination mit anderen Vitamin-A-Präparaten eingenommen werden. Darüber hinaus ist bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika besondere Vorsicht geboten. Bei einer Wechselwirkung beider Medikamente kann es zu einem Anstieg des Hirndrucks kommen.  

In jedem Fall sollte die gleichzeitige Einnahme von Isotretinoin mit anderen Medikamenten von einem Arzt abgesichert werden.  

 
Quellen

Melnik B, Jansen T (2012). Akne und Rosazea. In: Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH et al (Hrsg) Dermatologie und Venerologie. Springer, Berlin, S 1221–1222

Degitz K, Ochsendorf F (2008). Akne. Aktuelle pathophysiologische Aspekte. Hautarzt 59:503–512.