Mikropille - niedrig dosierte Kombinationspille - Medzino

Mikropille - niedrig dosierte Kombinationspille

Einnahme, Wirkung-& Nebenwirkungen

Was ist eine Mikropille?

Mikropillen enthalten zwei künstlich hergestellte Hormone - niedrig dosiertes Östrogen und Gestagen. Daher sind sie auch als Kombinationspillen bekannt. Minipillen enthalten im Vergleich zur Mikropille nur Gestagene. Die Mikropillen heißen deshalb Mikropillen, weil sie im Vergleich zu früheren Pillen deutlich geringere Östrogenmengen (weniger als 50 Mikrogramm pro Tablette) enthalten. Der Großteil der Kombinationspillen enthalten zwischen 20 und 30 Mikrogramm Östrogen.

 
Einphasen- und Mehrphasenpräparate

Bei den Einphasenpräparaten enthalten alle Pillen einer Pillenpackung dieselben Hormonmengen (Östrogen und Gestagen), während sich die Hormonmengen der Pillen der Mehrphasenpräparate unterscheiden. Das Hormonverhältnis zwischen Östrogen und Gestagen der Mehrphasenpräparate sind auf den Zyklus der Frau abgestimmt. Daher müssen die Pillen unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge eingenommen werden. Bei den Einphasenpräparaten ist die Reihenfolge theoretisch egal, da jede Pille identisch ist. Um nicht durcheinander zu kommen, empfiehlt sich jedoch auch hier eine Einnahme in der vorgegebenen Reihenfolge.

 
Wie wirkt die Mikropille?

Das Gestagen der Mikropille bewirkt, dass die Eizelle nicht mehr heranreift und kein Eisprung stattfindet. Zudem unterdrückt es den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich dort keine Eizelle einnisten kann. Ein weiterer Effekt des Gestagens ist, dass sich der sogenannte Zervixschleim des Gebärmutterhalses verdickt. Dies macht es den Spermien fast unmöglich, zur Gebärmutter vorzudringen. Das Östrogen unterdrückt die Eireifung noch zusätzlich. Die empfängnisverhütende Wirkung ist während der Pilleneinnahme gegeben. Sobald die Pille jedoch abgesetzt wird, ist kein Verhütungsschutz mehr vorhanden.


Einnahme der Mikropille


Klassisches Einnahmeschema 21/7
Die klassische Variante wird von vielen Frauen praktiziert. Bei dieser Einnahmeform nimmt die Frau an insgesamt 21 aufeinanderfolgenden Tagen täglich eine Pille mit derselben Zusammensetzung und der gleichen Wirkstoffmenge ein. Danach erfolgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der die Menstruationsblutung einsetzt. Nach der Einnahmepause wird wieder mit der Pilleneinnahme einer neuen Pillenpackung begonnen. Um einen Verhütungsschutz sicherzustellen, darf die Pille nicht vergessen werden und sollte möglichst zur selben Tageszeit eingenommen werden.   
 

Einnahmeschema 24+4
Bei diesem abgeänderten Einnahmeschema wird die Pille 28 Tage durchgängig eingenommen. Jedoch enthalten nur 24 Tabletten einen Wirkstoff und die restlichen vier Tabletten sind Placebos ohne Wirkstoff. Die durchgängige Einnahme der Pille stellt für viele Frauen eine Vereinfachung dar.
 

Nebenwirkungen

Häufig bekannte Nebenwirkungen der Mikropille sind Übelkeit, Brustspannen, Stimmungsschwankungen (unter anderem auch depressive Verstimmungen), Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen sowie langfristig auch sexuelle Lustlosigkeit. Außerdem konnte in mehreren Studien ein erhöhtes Thromboserisiko, vor allem bei Raucherinnen, nachgewiesen werden. Neben den unerwünschten Nebenwirkungen gibt es durchaus auch positive Begleiterscheinungen. Für einige wünschenswert, ist der stabile Menstruationszyklus, der sich bei vielen Frauen durch die Pille einstellt. Oft werden die Regelschmerzen und starke Blutungen geringer. Außerdem lassen sich auch Hautunreinheiten sowie Pickel durch die Pille steuern.


Wie sicher ist die Mikropille?

Die Mikropille ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Der Pearl-Index liegt zwischen 0,1 und 0,9. Dies besagt, dass 1 bis 9 von 1000 Frauen, welche ein Jahr lang diese Verhütungsmethode anwenden, trotzdem schwanger werden. Je geringer der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode. Ein großer Vorteil der Mikropille im Vergleich zur Minipille ist, dass der Verhütungsschutz bis zu einer verspäteten Einnahme von 12 Stunden weiterhin gegeben ist. Gerade für Frauen, die mit der Genauigkeit der Einnahmezeit ein Problem haben, ist dies ein Pluspunkt. Wird die Pille jedoch mehrmals vergessen oder erst nach den 12 Stunden eingenommen, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gegeben und es müssen für die nächsten sieben Tage weitere Verhütungsmaßnahmen (z. B. Kondom) getroffen werden. Auch nach dem Erbrechen oder bei Durchfall kann der Verhütungsschutz eventuell nicht mehr gewährleistet sein, sodass weitere Maßnahmen hier empfehlenswert sind.