Gefäßchirurgie & Prothesen gegen Erektionsstörungen

Gefäßchirurgie & Prothesen gegen Erektionsstörungen

Erektile Dysfunktion behandeln

Erektionsstörungen – Gefäßchirurgie oder Prothesen als ultima ratio?

Zu einer Gefäßchirurgie oder auch Prothese sollten Sie erst dann greifen, wenn andere Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die medikamentöse Behandlung, erfolglos blieben. Im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden ist es ein ziemlich aufwendiges Verfahren und Protheseninfektionen sowie mechanische Defekte sind nicht selten. Falls Sie eine Operation in Erwägung ziehen, sollten Sie unbedingt die Alternativen ausprobiert haben und die Vor- sowie Nachteile des operativen Eingriffes mit Ihrem Arzt besprochen haben. Wenn Sie sich dann für eine Operation entscheiden, ist es ganz wichtig, dass diese von einem Operateur oder einer Operateurin mit viel Expertise durchgeführt wird. Die Expertise bei der Erstoperation entscheidet maßgebend über die Zufriedenheit mit dem Ergebnis und darüber, ob zukünftig weitere Operationen notwendig sind.

 

Gefäßchirurgie

Eine Gefäßchirurgie wird, wenn auch eher selten, dann vorgenommen, wenn Fehlbildungen an den Blutgefäßen des Penis ursächlich für die Erektionsstörungen sind. Ziel dessen ist es, die Durchblutung und damit die Erektionsfähigkeit zu verbessern. Da die Langzeitergebnisse allerdings nicht zufriedenstellend sind, wird dies fast nicht mehr angewandt.

 

Welche Prothesen gibt es?

Auch Prothesen werden nur in seltenen Fällen eingesetzt, allerdings ist es eine sehr vielversprechende Methode. Keine Angst, es wird hierbei nicht Ihr gesamter Penis durch eine Prothese ersetzt, sondern lediglich der Schwellkörper. Daher werden diese Prothesen auch als Schwellkörperimplantate bezeichnet. Bei 90% der Männer mit einer Prothese konnte die Erektionsfähigkeit dadurch wieder hergestellt werden und die Zufriedenheit ist im Vergleich zu der medikamentösen Behandlung sehr hoch. Es gibt die auffüllbaren (hydraulischen) und biegsamen (semirigiden) Modelle, wobei das kosmetisch bessere Ergebnis durch die aufblasbaren Modelle erzielt wird.

 

Die hydraulische Prothese

Die hydraulische Penisprothese ist eine sehr moderne Methode. Sie verhilft Ihnen durch mechanische Nachstellung einer natürlichen Erektion, dass der Penis wieder steif wird. Diese Prothese setzt sich aus insgesamt drei Komponenten zusammen: Einem Ballon mit Kochsalzlösung im Bauchraum, zwei Zylindern in den beiden Schwellkörpern und einer Pumpe im Hodensack. Die verschiedenen Komponenten sind über dünne Schläuche miteinander verbunden. Das Vorgehen können Sie sich folgendermaßen vorstellen: Durch Betätigung der Pumpe wird die Kochsalzlösung aus dem Ballon im Bauchraum in die beiden Zylinder in den Schwellkörpern gepumpt. Anstelle des Blutes bei der natürlichen Erektion ist nun die Kochsalzlösung dafür verantwortlich, dass der Penis steif wird. Nach dem Geschlechtsverkehr kann die Kochsalzlösung durch ein Ventil an der Pumpe in den Ballon zurückgelassen werden und die Erektion geht zurück. Die Operation an sich dauert ungefähr 1,5 Stunden und der Heilungsprozess sollte circa sechs Wochen danach abgeschlossen sein. Die Implantate können lebenslang im Penis bleiben, sodass im Idealfall keine weiteren Operationen durchgeführt werden müssen.

 

Die semirigide Prothese

Diese Prothesen werden heute kaum noch eingesetzt, da sie gegenüber der hydraulischen Penisprothese viele Nachteile haben. Hier werden zwei starre Stäbchen aus Silikon in beide Schwellkörperschenkel des Penis implantiert. Um die gewünschte Erektion zu erhalten, werden die beiden Stäbchen einfach in die gewünschte Position gebogen. Die Erektion hält solange an, bis die Stäbchen wieder zurückgebogen werden. Nachteilig daran ist, dass der Penis einen dauerhaft halbsteifen Zustand behält.

 

Wie wird mein Orgasmus durch die Prothese beeinflusst?

Überhaupt nicht. Zwar werden die beiden Schwellkörper irreparabel zerstört, die Zeugungsfähigkeit bleibt jedoch weiterhin erhalten. Das heißt, dass Sie auf den Samenerguss nicht verzichten müssen! Auch das Gefühlserleben wird in keiner Weise negativ beeinträchtigt sein. Geschlechtsverkehr ist sogar länger und öfter möglich, da auch nach dem Samenerguss die mechanische Erektion erhalten bleibt.

 

Quellen

http://www.impotenzursachen.com/was-hilft-bei-impotenz.html

https://www.maennergesundheit.info/erektionsstoerungen/therapie/penisprothese.html

https://epub.ub.uni-muenchen.de/10344/1/10344.pdf

https://www.google.com/search?client=safari&rls=en&q=penisprothese+erektion&ie=UTF-8&oe=UTF-8

https://www.urology-guide.com/therapie/penisprothese/

https://www.kup.at/kup/pdf/8058.pdf