Periode verschieben mit und ohne Pille - Medzino

Periode verschieben mit und ohne Pille

Wie ist das möglich und welche Risiken können entstehen?

Manchmal kommt die Periode einfach ungelegen, wenn wichtige Ereignisse wie eine Prüfung, Urlaub, ein Sportwettkampf oder eine Hochzeit bevorstehen. Dann wünschen sich viele Frauen Ihre Periode zu verschieben. Es gibt verschiedene Methoden die Menstruation vorzuverlegen oder hinauszuzögern. In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber.

 
1. Wie kann ich meine Periode verschieben, wenn ich die Pille nehme?

Wenn Sie bereits mit der Antibabypille verhüten, können Sie den Zeitraum Ihrer Periode sehr einfach beeinflussen.
 
Eine Variante ist die Periode vorzuverlegen.

Dafür können Sie die Pille 3 Tage vor dem gewünschten Zeitpunkt absetzen. Ärzte empfehlen nicht mehr als ein Drittel der Monatspackung wegzulassen. Nach dem Absetzen folgt die gewohnte Pillenpause von 7 Tagen, in der etwa nach zwei Tagen wie gewohnt Ihre Menstruation einsetzt. Danach können Sie die Einnahme der Pille wie gewohnt fortsetzen.

Wenn Sie ein Zweiphasenpräparat verwenden, müssen Sie etwas anders vorgehen. Die Kürzung der Einnahmedauer kann nur in der zweiten Phase erfolgen, wobei die zweite Phase nicht kürzer als 5 Tage sein sollte.
 
Eine andere Variante ist das Hinausschieben der Menstruation.

Diese Methode ist sehr einfach, wenn Sie ein Einphasenpräparat verwenden. Dafür können Sie nach dem Aufbrauchen einer Pillenpackung einfach direkt mit dem nächsten Pillenstreifen beginnen. Das heißt, dass Sie keine siebentägige Pillenpause einlegen. Wenn Sie Ihre Menstruation beispielsweise um 1 Woche verschieben möchten, nehmen Sie die Pille einfach 1 Woche länger als üblich.
Die Einphasenpräparate eignen sich auch für den Langzeitzyklus. Mit dieser Einnahmemethode kann man die Periode für mehrere Monate oder sogar dauerhaft aussetzen.

Wenn Sie ein Zweiphasenpräparat verwenden müssen Sie anders vorgehen. Nachdem Sie die erste Packung aufgebraucht haben, müssen Sie direkt die Pillen aus der 2. Phase einnehmen.
 

2. Wie kann ich den Wochentag der Periode ändern?

Wenn Sie regulär mit der Antibabypille verhüten, können Sie auch ganz unkompliziert den Wochentag Ihrer Periode verändern. Sie können einfach an dem von Ihnen gewünschten Wochentag mit der Einnahme der Pille beginnen, indem Sie die Pillenpause verkürzen.

Allerdings dürfen Sie die Pillenpause nur verkürzen und niemals verlängern, da sonst kein Empfängnisschutz mehr besteht.


3. Wie kann ich mit dem NuvaRing den Zeitpunkt meiner Regelblutung beeinflussen?

Auch mit dem Nuva Ring können Sie den Zeitpunkt Ihrer Periode verändern. Im Prinzip ist es die gleiche Methode wie bei der Antibabypille. Der Nuva Ring bleibt normalerweise für drei aufeinanderfolgende Wochen in der Scheide und wird dann für eine sieben tägige Pause entfernt. Normalerweise tritt in dieser Pause die Monatsblutung ein.
 
Wenn Sie den Wochentag Ihrer Monatsblutung verschieben möchten, können Sie die Ring-freie Zeit einfach verkürzen. Anstatt also sieben Tage Pause einzulegen, können Sie einen neuen Ring beispielsweise bereits nach vier Tagen wieder einsetzen. Wenn Sie die Ring-freien Tage auf weniger als drei Tage verkürzen, kann es vorkommen, dass Sie in diesem Zyklus gar keine Monatsblutung haben.
 
Wenn Sie die Periode verzögern wollen, können Sie die Ring-freie Zeit ganz auslassen. Das heißt, nach dem Sie den gebrauchten Ring nach drei Wochen entfernt haben, legen Sie direkt einen neuen Ring ein. Möchten Sie, dass die Periode früher als nach sechs Wochen einsetzt, können Sie den Ring jederzeit entfernen. Dafür halten Sie nach dem Entfernen des Rings einfach die normale einwöchige Pause ein und legen dann wieder einen neuen Ring ein.
 

4. Ich benutze keine hormonelle Verhütungsmethode. Kann ich trotzdem meine Periode verschieben? 

Ja, das ist möglich. Um den Zeitpunkt der Menstruation zu verschieben, ist keine Ovulationshemmung notwendig. Man verwendet ein Hormonpräparat (Norethisteron), welches ein weibliches Sexualhormon aus der Gruppe der Gestagene enthält. Diese Hormone beschränken das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und wirken regulierend auf den weiblichen Zyklus. Da der Hormonspiegel nicht absinkt, wird die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen und es kommt nicht zur Menstruationsblutung.
Der Beginn der Einnahme sollte am besten sieben Tage, spätestens aber drei Tage vor der erwarteten Periode erfolgen. Die Dauer der Einnahme sollte nicht länger als 10-14 Tage sein. Das Präparat muss dann drei Tage vor dem gewünschten Datum der Menstruationsblutung abgesetzt werden.
 
Die Einnahme eines solchen Präparates kommt nur in Frage, wenn eine bestehende Schwangerschaft mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.
 

5. Kann ich mit Norethisteron auch verhüten?

Der Wirkstoff Norethisteron alleine eignet sich nicht zur Empfängnisverhütung. Norethisteron wirkt regulierend auf den weiblichen Zyklus. Deswegen wird dieses Präparat vor allem bei Wechseljahresbeschwerden, Zyklusbeschwerden und Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt.
 

6. Vor- und Nachteile der Zyklusverschiebung

Vorteile:

  • Der größte Vorteil ist die Freiheit den Zeitpunkt Ihrer Periode selbst zu bestimmen. Dies kann in bestimmten Situationen mehr Komfort bringen, wenn Sie beispielsweise in den Urlaub fahren oder ein anderes wichtiges Ereignis ansteht.
  • Beschwerden wie zyklusabhängige Migräne, das prämenstruelle Syndrom und menstruelle Kopf-, Rücken- und Unterleibsschmerzen lassen sich aufgrund des konstanten Hormonspiegels verringern.  
  • Die Anwendung von Norethisteron bringt für einige Frauen Vorteile mit sich. Bei Wechseljahresbeschwerden, Zyklusbeschwerden und Zyklusunregelmäßigkeiten oder Endometriose kann sich die Einnahme positiv auswirken.

 
Nachteile:

  • Schmier- und Zwischenblutungen können auftreten.
  • Es können bei der Einnahme von Norethisteron Nebenwirkungen wie Blutungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Flüssigkeitsansammlungen auftreten.

 
7. Wie oft kann ich meine Periode verschieben?

Eine Dauereinnahme der Pille greift in das komplex regulierte Hormonsystem ein und beeinflusst so den Stoffwechsel. Somit besteht auch ein gewisses Risiko langfristig Probleme mit Ihrer Menstruation zu bekommen. Frauenärzte empfehlen deshalb, dass Frauen nach spätestens einem halben Jahr eine Pause einlegen sollen. So kann die Schleimhaut der Gebärmutter abbluten und die Zellen können sich erneuern. Bis jetzt gibt es aber keine gesicherten medizinischen Fakten zu Nutzen und Risiken einer Langzeiteinnahme. Ob ein Langzeitzyklus für Sie in Frage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt.