Progesteron - Medzino

Progesteron

Was bewirkt das Gelbkörperhormon?

Was ist Progesteron?

Während Ihnen Östrogen sicherlich sehr vertraut vorkommt, ist Progesteron oft eher unbekannt. Auch Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon (Gestagen) und zählt zusammen mit Östrogen zu den wichtigsten Hormonen, die vom weiblichen Körper selbst hergestellt werden. Sowohl Östrogen, als auch Progesteron regulieren den Menstruationszyklus der Frau. Progesteron wird auch Gelbkörperhormon oder Corpus-Luteum-Hormon genannt, da es hauptsächlich vom Gelbkörper (entsteht nach dem Eisprung aus dem Follikel) in den Eierstöcken sowie der Plazenta (während der Schwangerschaft) gebildet wird.
 

Was macht Progesteron?

Ohne Progesteron, wäre eine Schwangerschaft nicht möglich! Das luteinisierende Hormon (LH) initiiert die Ausschüttung von Progesteron. Nach dem Eisprung, in der zweiten Hälfte des Menstruationszykluses, stimuliert das Progesteron das Wachstum sowie die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut, um sie auf eine mögliche Einnistung der Eizelle vorzubereiten. Die Körpertemperatur steigt währenddessen an. Zusätzlich fördert Progesteron eine Verdickung des Muttermundschleims (Zervixschleims), sodass es die Spermien schwerer haben, durchzukommen. Falls es zu einer Schwangerschaft kommt, übernimmt die Plazenta die Progesteronbildung. Kommt es jedoch zu keiner Schwangerschaft, so sterben die Gelbkörper nach ca. 12-16 Tagen ab, wodurch der Progesteronspiegel wieder zurückgeht. Weniger Progesteron bedeutet auch, dass die Gebärmutterschleimhaut irgendwann abgebaut wird. Dies erkennt jede Frau an ihrer monatlichen Blutung.
 

Haben nur Frauen Progesteron?

Nein, auch Männer produzieren Progesteron! Es wird in der Nebennierenrinde und in den Hoden produziert. Progesteron hat bei Männern die Funktion, dass die Spermienaktivität gesteigert wird. Die Beweglichkeit der Spermien und das Eindringen in die Eizelle wird durch Progesteron verbessert. Leider ist im Vergleich zu Frauen nur sehr wenig über die Bedeutung von Progesteron für Männer bekannt.


Welche Progesteronwerte sind normal?

Die Progesteronwerte sind in jeder Zykluswoche anders. Auch die Schwangerschaft nimmt einen großen Einfluss auf die Progesteronwerte. Nachfolgend sehen Sie in einer tabellarischen Darstellung, welche Werte normal sind.
 
 

Außerhalb der Schwangerschaft

Zeitraum Progesteronkonzentration (µg/l)
1. Zyklushälfte bis zu 1,4
2. nach dem Eisprung zwischen 3,34 und 25,6

 

Während der Schwangerschaft

Zeitraum Progesteronkonzentration (µg/l)
1. Drittel 11,2 bis 90,0
2. Drittel  25,6 bis 89,4
3. Drittel 48,4 bis 422,5


 
Was bewirkt Progesteron in den Wechseljahren?

Progesteron nimmt in den Wechseljahren der Frau ab. Da der Eisprung der Frau in den Wechseljahren abnimmt, ist es logisch, dass auch die Produktion des Gelbkörperhormons zurückgeht. Am Ende der Wechseljahre schafft es die Progesteronkonzentration sogar, die Konzentration des Mannes zu erreichen. Progesteron hat nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Schwangerschaft, sondern auch bei unserer Psyche und unserem Wohlbefinden. Progesteron kann ein Grund für die Unregelmäßigkeit und auch unterschiedliche Intensität Ihres Zykluses sein, ein Spannungsgefühl in der Brust sowie eine gereizte Stimmung bewirken und Ihnen schlaflose Nächte bereiten. Frauen in den Wechseljahren sind diese Symptome sicherlich bekannt!
 

Was tun bei Progesteronmangel?

Der Grund für eine nicht gelingende Schwangerschaft, kann ein Progesteronmangel sein. Oftmals bildet der Gelbkörper zu wenig Progesteron. Auch in den Wechseljahren können, wie oben bereits beschrieben, durch zu wenig Progesteron ungewollte Beschwerden auftreten. Hierbei ist mit dem Arzt zu besprechen, wie vorgegangen werden kann. Natürliches Progesteron kommt zum Beispiel für eine Behandlung in Frage. Es heißt zwar natürlich, wird jedoch künstlich hergestellt und kann in Form von Kapseln und Cremes gekauft werden.  
 

Was bewirkt Progesteron als Verhütungswirkstoff?

Progesteron ist als künstlich hergestelltes Gestagen in der Minipille sowie der „Pille danach“ enthalten. Minipillen sind reine Gestagenpillen, welche die Gebärmutterschleimhaut sowie den Schleim des Gebärmutterhalses verdicken, sodass keine Spermien mehr durchdringen können. Die Pille danach enthält das hoch dosierte Gestagen Levonorgestrel, welches den Eisprung verschiebt.


Welche Nebenwirkungen können bei einer Progesteron-Ersatztherapie entstehen?

Künstlich hergestelltes Progesteron wird oft dann eingesetzt, wenn ein Mangel dieses Sexualhormons besteht. Die Therapie kann bei einer künstlichen Befruchtung, bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei hormonell bedingten Brustschmerzen oder bei Zyklusstörungen zum Einsatz kommen. Leider ist auch hier die Gefahr, dass Nebenwirkungen auftreten. So kann es zu Änderungen im Menstruationszyklus bis hin zum Ausbleiben der Menstruation, Zwischenblutungen oder Kopfschmerzen kommen. Auch Schwindel und Benommenheit können durchaus auftreten.
 
 
Quellen

https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/progesteron

https://www.cyclotest.de/gelbkoerperschwaeche/

https://www.meine-verhuetung.de/verhuetung/gestagenpille/

https://www.gesundheit.de/familie/schwangerschaft/gesund-in-der-schwangerschaft/progesteron-nicht-nur-in-der-schwangerschaft-wichtig

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Progesteron_21326

https://www.gynolog.de/wechseljahre/hormone-wechseljahre/gelbkorperhormon-wechseljahre/