Symptome bei Chlamydien

Symptome bei Chlamydien

Welche gibt es?

Sexueller Kontakt birgt das Risiko, sexuell übertragbaren Krankheiten beziehungsweise STDs (engl. sexually transmitted diseases), zu bekommen. Trotz der anhaltenden Aufklärung, Medienpräsenz, des medizinischen Rats und Werbung, haben Menschen nach wie vor ungeschützten Geschlechtsverkehr.  

In Deutschland stecken sich jährlich mehr als 140.000 Menschen mit STDs an, wobei allein bei Chlamydien von 100.000 Fällen ausgegangen wird. In den Vereinten Staaten sind Chlamydien die am meisten verbreitete bakterielle Infektion, die während des sexuellen Kontakts übertragen werden kann, wobei es jedes Jahr fast 3 Millionen Fälle gibt. 

Die hohe Anzahl an Fällen kommt daher, dass viele Menschen, die diese Infektion haben, keine Symptome aufweisen und sie somit unwissentlich weitergeben. Deshalb wird sie manchmal als „stille Infektion“ bezeichnet. Sie kommt wesentlich häufiger vor als andere sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhö oder Syphilis.
 

Was verursacht Chlamydien? 

Chlamydien werden durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht. Jegliche Art des sexuellen Kontakts, ob anal, vaginal oder oral, kann die Infektion verbreiten. Sollten Symptome von Chlamydien auftreten, tun dies recht kurz nach der Ansteckung, manchmal innerhalb von 5-10 Tagen, doch sie können auch erst einige Wochen danach auftreten.  

Falls Sie bei sich die weiter unten in diesem Artikel genannte Symptome feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, ganz gleich wann Sie das letzte Mal Geschlechtsverkehr hatten.  
 

Risikofaktoren einer Chlamydieninfektion 

Wenn Sie mit mehreren Partnern Geschlechtsverkehr gehabt haben oder oft Ihren Partner wechseln, erhöhen Sie Ihr Risiko, die Infektion zu bekommen. Ein Mann muss nicht ejakulieren, um die Infektion weiterzugeben. Infektionsraten sind bei jungen Menschen höher, da sie ihre Partner häufiger wechseln, unregelmäßig Kondome verwenden, oder nicht bereit sind sich auf STDs testen oder dafür behandeln zu lassen.    

Es wird davon ausgegangen, dass bis zu 5% aller sexuell aktiven, jungen Frauen zwischen 14 und 19 Jahren, Chlamydien haben könnten. Dies könnte ernsthafte Implikationen für ihre zukünftige Fruchtbarkeit haben. Jedoch sollten sich sexuell aktive Personen aus anderen Altersgruppen nicht in Sicherheit wiegen und dennoch vorsichtig sein. 

Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass Sie sich mehr als einmal mit Chlamydien anstecken können. Wenn Sie in der Vergangenheit die Infektion hatten, bedeutet das nicht, dass Sie nun immun sind. Es gibt zudem das Risiko, dass eine schwangere Frau Chlamydien während der Geburt übertragen kann. Das Kind könnte außerdem zu früh geboren werden, zu wenig wiegen, eine Lungenentzündung oder Augeninfektionen bekommen. Schwangere Frauen sollten deshalb sobald wie möglich auf die Infektion getestet werden. 

Chlamydien werden so gut wie immer durch sexuellen Kontakt übertragen, das Risiko ist bei vaginalem oder oralem Sex am höchsten, doch es gibt auch die Möglichkeit sich während des Oralsex anzustecken, oder wenn Sie nach dem Kontakt mit einer mit Chlamydien infizierten Stelle Ihr Auge berühren.
 

Woher weiß ich, dass ich Chlamydien habe? 

Beunruhigenderweise weisen die meisten Menschen mit Chlamydien keine offensichtlichen Symptome der Infektion auf. Das bedeutet, dass viele sich nicht bewusst sind, dass sie Chlamydien haben und somit riskieren, diese an ihre Sexualpartner weiterzugeben. In der Tat ist es so, dass die Mehrheit der Männer (90%) keine Symptome haben, bei Frauen ist dies bei 75-95% der Fall. Die einzige Möglichkeit, um in Erfahrung zu bringen, ob Sie und Ihr Partner infiziert sind, ist, dass sich beide testen lassen und dann in einer monogamen Partnerschaft bleiben. 

Während Kondome einen guten Schutz bieten und immer verwendet werden sollten, um Ihre sexuelle Gesundheit zu schützen, bleibt immer ein Restrisiko, sich mit der Infektion anzustecken. Außerdem erhöhen Sie Ihr Risiko, sich der Infektion auszusetzen, wenn Sie das Kondom nicht richtig anwenden.
 

Übliche Symptome von Chlamydien

Bei Frauen:

  • Ungewöhnlicher Ausfluss (gelblich oder mit einem starken Geruch) 

  • Unterleibsschmerzen & Fieber 

  • Schmerzhafter Sex 

  • Jucken oder Brennen in der Scheide 

  • Schmerzhafte Perioden 

  • Blutungen zwischen den Perioden 

  • Schmerzen während des Wasserlassens 

  • Häufigeres Urinieren 

  • Schwellungen an der Vagina oder dem After 

 

Bei Männern:

  • Schmerzen beim Wasserlassen 

  • Ausfluss aus dem Penis 

  • Schmerzhafte oder geschwollene Hoden  

  • Brennen oder Jucken an der Spitze des Penis 

 

Chlamydien-Symptome im Rektum, Hals oder den Augen

Wenn Sie sich während des Analsex mit der Infektion anstecken, könnten folgende Symptome auftreten: 

  • Schmerzen im Rektum 

  • Blutungen 

  • Ausfluss 

  • Jucken 

 

Im Auge sind die Symptome unter anderem: 

  • Jucken 

  • Rötungen 

  • Ausfluss 

 

Wenn die Infektion im Hals ist, kann dieser schmerzen.
 

Wie werden Chlamydien diagnostiziert?

Es gibt zahlreiche Tests, um festzustellen, ob Sie Chlamydien haben. Sie könnten eine Urinprobe oder einen Abstrich abgeben oder der Arzt könnte einen sichtbaren Ausfluss aus dem Gebärmutterhals feststellen. Alternativ könnte bei Männern ein Abstrich aus der Harnröhre oder bei Frauen vom Gebärmutterhals gemacht werden. 

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt bei Frauen unter 25 Jahren oder älteren Frauen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen, einen jährlichen Test. Wenn Sie denken, dass Sie infiziert sein könnten, sollten Sie keinen Geschlechtsverkehr haben, bis Sie einen Arzt aufgesucht und sich haben testen lassen. 

Auch wenn eine neue Partnerschaft eingegangen wird, ist es klug, wenn sich beide Partner auf Chlamydien und andere STDs testen lassen, sodass Sie behandelt werden können bevor Sie Geschlechtsverkehr haben, für den Fall, dass einer von beiden eine Infektion mit sich trägt. Zudem sollte jeder, der bezüglich Chlamydien behandelt wurde, sich nach 3 Monaten erneut testen lassen.
 

Wie werden Chlamydien behandelt?

Die Chlamydienbehandlung ist einfach und effektiv. Sie müssen Antibiotika einnehmen, entweder einmal oder über 7 Tage hinweg. Wie es mit Antibiotika immer der Fall ist, sollten Sie die Einnahme nicht vorzeitig beenden. Falls Sie dies tun, sobald Ihre Symptome verschwunden sind, könnten Sie noch immer infiziert sein. 

Antibiotika, die üblicherweise für die Behandlung von Chlamydien verschrieben werden, sind 500 mg Azithromycin oder 100 mg Doxycyclin Kapseln. Vermeiden Sie es 7 Tage nach einer einzelnen Dosis oder während der 7-tägigen Einnahme, Geschlechtsverkehr zu haben. Sie sollten zudem jeden, mit dem Sie vor Kurzem sexuellen Kontakt hatten, warnen, sodass sie sich ebenfalls testen und behandeln lassen können. 

In der Tat ist es so, dass Ärzte dazu raten, dass sich jeder, der mehrere Partner hat, regelmäßig auf Chlamydien testen lässt, ganz gleich ob Symptome auftreten, da dies immer ein erhöhtes Übertragungsrisiko darstellt.
 

Was passiert, wenn ich mich nicht behandeln lasse? 

Wenn Sie Chlamydien nicht behandeln lassen, kann dies ernsthafte Folgen für die weibliche Fruchtbarkeit haben. Die Infektion könnte sich auf Ihre Gebärmutter sowie die Eileiter ausweiten und zu einer Beckenentzündungskrankheit (PID) führen. 

Das Risiko eine PID zu bekommen liegt bei Frauen, die sich nicht behandeln lassen, bei 20-30%. Genau wie bei Chlamydien, kann auch PID keine Symptome aufweisen, doch es kann zu Schmerzen im Becken oder dem Unterleib kommen. Jedoch besteht die Gefahr, dass Schaden verursacht wird, obwohl sich die Frau nicht bewusst ist, dass sie die Infektion hat.   

Die Vernarbungen, die manchmal durch PID verursacht wird, kann bei Frauen Probleme verursachen, schwanger zu werden oder zu einer Eileiterschwangerschaft führen, wobei sich hierbei der Fötus außerhalb der Gebärmutter einnistet. Diese Art von Schwangerschaft kann von dem Embryo nicht überlebt und sie muss beendet werden. Ansonsten wäre auch das Leben der Frau in Gefahr. 

Während Chlamydien bei der männlichen Fruchtbarkeit nicht dieselben Implikationen aufweisen, trägt ein Mann mit der Infektion noch immer das Risiko, dass er diese auf seine Partnerin überträgt. Zudem kann er Epididymitis bekommen, eine Entzündung der Röhren, durch die das Sperma transportiert wird, oder eine gonorrhoische Urethritis, eine Infektion der Harnröhre.  

Sowohl Männer als auch Frauen sollten sich zudem bewusst sein, dass unbehandelte Chlamydien das Risiko erhöht, HIV zu bekommen, oder diese Krankheit auf den Partner zu übertragen.
 

Wie kann ich eine Chlamydieninfektion verhindern? 

Die beste Möglichkeit zur Verhinderung einer Chlamydieninfektion, ist das Meiden von sexuellen Kontakt, einschließlich Oralsex. Wenn Sie eine Art des sexuellen Kontakts haben möchten, ist das Verwenden eines Kondoms die beste Möglichkeit, eine Infektion zu verhindern, obwohl auch dies, wie jede Art der Verhütung, keinen 100%igen Schutz bieten kann.  

Dennoch stellen Kondome die einzige Art der Verhütung dar, die gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützt. Es ist wichtig, dass Sie darauf achten, das Kondom richtig anzuwenden und es niemals mehr als einmal zu verwenden. Falls es während des Geschlechtsverkehrs herunterrutscht, sollten Sie es nicht erneut verwenden. Nutzen Sie stets ein neues. Verwenden Sie zudem niemals ein Kondom, dessen Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist oder so aussieht, als sei es beschädigt.  

Passen Sie beim Öffnen der Verpackung auf, dass Sie das Kondom nicht mit den Fingernägeln zerreißen und seien Sie beim Überziehen des Kondoms über den Penis gleichermaßen vorsichtig. Überprüfen Sie, dass Sie es richtig herum übergezogen haben und halten Sie die Spitze mit Ihren Fingern und Daumen fest, sodass sich darin keine Luft sammelt (sollte dies passieren, kann das Kondom kaputtgehen). Nach dem Geschlechtsverkehr sollte der Mann das Kondom festhalten, während er den Penis herauszieht, damit es nicht herunterrutschen kann. Auch dann, wenn Sie Anal- oder Oralsex haben, sollten Sie sich immer mit einem Kondom schützen, nicht nur beim vaginalen Geschlechtsverkehr. Wenn Sie von einer Art des Sex zu einer anderen wechseln, sollten Sie ebenfalls ein neues Kondom verwenden, um das Risiko einer Übertragung zu vermeiden. Sie können während des Oralsex auch einen Kofferdamm verwenden, um sich zu schützen. 

Wenn Sie sexuell aktiv sind, ist Ihre beste Chance, die Infektion nicht zu bekommen, eine langfristige monogame Beziehung mit einem Partner zu haben, der negativ auf Chlamydien getestet wurde. Zusätzlich dazu, dass Sie sich davor schützen, die Infektion zu bekommen, ist es wichtig, dass Sie ebenfalls vermeiden, andere zu infizieren, sollten Sie die Infektion haben.

Warten Sie, bis Ihre Chlamydienbehandlung beendet ist, bevor Sie wiederGeschlechtsverkehr haben. Wenn Sie die Infektion von Ihrem Partner übertragen bekommen haben, sollte er ebenfalls behandelt werden, damit Sie sich nicht erneut anstecken.