Symptome von Chlamydien bei Frauen

Symptome von Chlamydien bei Frauen

Welche gibt es? Alle Infos dazu sowie zu Behandlung & Diagnose auf einen Blick

Chlamydien sind in Deutschland die vorherrschende sexuell übertragbare Infektion (STI) und dennoch sind sich tausende von Menschen nicht bewusst, dass sie diese haben. Die Krankheit kann vor allem für Frauen Besorgnis erregend sein, da sie Unfruchtbarkeit und weitere ernsthafte Komplikationen verursachen kann, sollte sie nicht behandelt werden.

Dieser Leitfaden erklärt, wie Chlamydien-Symptome bei Frauen erkannt, wie Tests die Diagnose bestätigen können, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie die Ausbreitung der STI verhindert werden kann.
 

Übliche Symptome von Chlamydien bei Frauen 

Chlamydien werden von den meisten Menschen nicht bemerkt (70 % der Frauen haben keine sichtbaren Anzeichen), weshalb eine Frau, die diese Infektion hat, einige, alle oder gar keine der folgenden Symptome haben kann:
 

  • Ein brennender Schmerz beim Wasserlassen 

  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide oder dem Rektum (Veränderungen der Farbe, der Konsistenz oder des Geruchs) 

  • Blutungen außerhalb der Periode 

  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr 

  • Bauchschmerzen 

  • Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs 

  • Schmerzhafte und/oder starke Perioden 

  • Anschwellen des Genitalbereichs 

  • Unfruchtbarkeit
     

Manche dieser Chlamydien-Symptome bei Frauen werden durch die Chlamydien-Infektion verursacht, andere gehen mit Sekundärkomplikationen, wie Beckenentzündungskrankheit, Zervisitis und Bartholinitis, einher. 

Wenn diese Symptome auftreten, kann dies mehrere Wochen nach der Ansteckung mit der Infektion geschehen. Das stellt bei der Übertragung der Krankheit einen Risikofaktor dar, da die betroffenen Personen weniger auf Schutzmaßnahmen achten könnten, wenn sie keine Symptome bemerkt haben. Das führt dazu, dass Vorbeugung ein wichtiger Aspekt der Ausbreitungskontrolle von Chlamydien ist.
 

Wie werden Chlamydien bei Frauen diagnostiziert? 

Es ist eine gute Idee, wenn sich alle sexuell aktiven Frauen jährlich auf Chlamydien testen lassen, auch wenn sie in langfristigen Beziehungen sind. Wenn eine Frau keine monogame oder langzeitige Beziehung hat, wird geraten, dass sie sich immer dann testen lässt, wenn sie einen neuen Sexualpartner hat. Da die Symptome nicht sichtbar sein können, ist das regelmäßige Testen wichtig, um die Infektion frühzeitig zu erkennen, sodass Sie behandelt werden können, bevor weitere Komplikationen auftreten. 

Sie können sich bei Ihrer lokalen Klinik, Ihrem Hausarzt oder Gynäkologen diagnostizieren lassen. Wenn Sie jünger als 25 Jahre sind, gehören Sie der Gruppe mit dem höchsten Risiko an. 

Das muss Sie nicht nervös machen, denn der Test ist ein einfacher, schmerzfreier Abstrich. Wir haben festgestellt, dass beim Test auf Chlamydien bei Frauen ein Abstrich zuverlässiger ist, als eine Urinprobe. Er ist weniger invasiv als ein Zervixabstrich und ähnelt dem Einführen eines Tampons. Sogar einige Kliniken bieten einen Selbsttest an, den Sie in ein privates Zimmer mitnehmen und alleine durchführen können. Die Ergebnisse sind immer vertraulich und Sie sollten sie innerhalb von zwei Wochen, nachdem Sie den Test gemacht haben, erhalten. Manche Kliniken haben auch die Herangehensweise „keine Nachricht ist eine gute Nachricht“, weshalb Sie besser anrufen sollten, falls Sie nicht benachrichtigt wurden.
 

Wie werden Chlamydien bei Frauen behandelt? 

Solange Chlamydien frühzeitig diagnostiziert werden, sind Sie mit Antibiotika wie Azithromycin oder Doxycyclin leicht zu behandeln. Azithromycintabletten werden einmalig eingenommen und Doxycyclinkapseln täglich für eine Woche. Falls die Infektion schon lange besteht, können mögliche Komplikationen wie eine Beckenentzündung und Unfruchtbarkeit schwieriger zu behandeln sein, weshalb Sie sich regelmäßig testen lassen sollten, wenn Sie sexuell aktiv sind.

Falls der Test positiv ausfällt und Sie einen Partner haben, stellen Sie sicher, dass er ebenfalls getestet und behandelt wird, da Sie höchstwahrscheinlich beide die Infektion haben. 

Stellen Sie sicher, dass Sie die Anweisungen, die bei den Antibiotika enthalten sind, befolgen: Sie dürfen ab der Einnahme der Antibiotika und in manchen Fällen auch eine Woche danach keinen Geschlechtsverkehr haben. Diese Anweisung zu ignorieren, kann dazu führen, dass Sie sich immer wieder bei Ihrem Partner anstecken.
 

Wie eine Ausbreitung von Chlamydien verhindert werden kann 

Wie bei allen STIs, ist die einzige zu 100 % wirkungsvolle Methode der Vorbeugung sexuelle Abstinenz. Jedoch tragen sexuell aktive Menschen ein extrem niedriges Risiko, wenn sie Kondome oder andere Barrieremethoden richtig verwenden (nicht abgelaufene Latexkondome in Kombination mit einem auf Wasser basierten Gleitmittel sind am sichersten). 

Andere Formen der Verhütung, wie zum Beispiel die Pille, können zwar eine Schwangerschaft verhindern, jedoch nicht die Ansteckung mit STIs. Merken Sie sich, dass jeglicher sexuelle Kontakt, nicht nur Penetration, eine STI übertragen kann. In Langzeitbeziehungen mit einem monogamen Partner tragen Sie ein viel geringeres Risiko, Chlamydien zu bekommen, es ist dennoch eine gute Idee sich regelmäßig testen zu lassen, um auf der sicheren Seite zu sein. Medzino empfiehlt mindestens einmal im Jahr einen Chlamydientest.