Verhütung ohne Hormone - Medzino

Verhütung ohne Hormone

Welche Methoden gibt es?

Viele Frauen wünschen sich eine zuverlässige, hormonfreie Verhütung. Tatsächlich gibt es diverse hormonfreie Verhütungsmethoden – erfahren Sie hier mehr über die Varianten und ihre Zuverlässigkeit.


Weshalb hormonfrei?

Die Antibabypille ist nach wie vor die beliebteste Verhütungsmethode bei Frauen. Jedoch erkundigen sich immer mehr Frauen nach hormonfreien Alternativen, da die Antibabypille weibliche Sexualhormone enthält und daher einen starken Eingriff in den Körper darstellt. Zudem kann die Antibabypille, wie alle Medikamente, Nebenwirkungen verursachen. Dazu gehören auch schwerwiegende Nebenwirkungen wie Depressionen und Embolien.

Obwohl diese Nebenwirkungen sehr selten auftreten sind sie für viele Frauen das Risiko nicht wert. Außerdem sollten gewisse Frauen aus gesundheitlichen Gründen nicht hormonell verhüten. Dazu gehören insbesondere Frauen mit Übergewicht, Raucherinnen und Frauen über 35 Jahren, da das Risiko für eine Thrombose bei diesen Frauen erhöht ist.

Die Antibabypille ist sehr zuverlässig in der Empfängnisverhütung; deshalb ist sie auch nach wie vor so beliebt. Allerdings können auch hormonfreie Verhütungsmethoden sehr sicher sein. Erfahren Sie hier mehr über hormonfreie Verhütungsmethoden und welche davon am sichersten sind.


Pearl-Index

Der Pearl-Index beschreibt wie viele von 100 Frauen im Jahr bei korrekter Anwendung der Verhütungsmethode schwanger werden. Der Pearl-Index der Antibabypille liegt je nach Pillenart zwischen 0,1 und 0,9. Dies bedeutet, dass nur zirka eine bis zehn pro tausend Frauen ungewollt schwanger werden.


Verhütungsmethoden mit Kupfer

Es gibt verschiedene Arten mit Kupfer zu verhüten. Auch wenn die Art der Methode sich unterscheidet, so liegen ihnen allen dasselbe Prinzip zugrunde. Kupfer hemmt die Beweglichkeit der Spermien und sorgt so dafür, dass die Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können. So kann die Eizelle nicht befruchtet werden, wodurch keine Schwangerschaft entstehen kann. Falls ein Spermium trotzdem die Gebärmutter erreicht, sorgt die biochemische Eigenschaft des Kupfers dafür, dass sich die Eizelle nicht einnisten kann.

Die beliebteste Methode ist die Kupferspirale, welche in die Gebärmutter eingeführt wird und je nach Spirale drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter gelassen wird. Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt zwischen 0,3 -0,8 und sie gilt daher als sicheres Verhütungsmittel. Allerdings ist die Spirale dafür bekannt, Menstruationsbeschwerden zu intensivieren und ist daher nicht unbedingt für jene Frauen geeignet, die bereits an starken Beschwerden leiden. Außerdem besteht, ähnlich wie bei der hormonellen Spirale, die Gefahr des Verrutschens – dies geschieht allerdings sehr selten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kupferkette. Die Form der Kette ist etwas flexibler und daher auch für Frauen mit kleiner Gebärmutter geeignet. Sie besteht aus einem Nylonfaden, auf welchen kleine Kupferzylinder aufgereiht werden. Die Kette selbst wird in der Gebärmutterwand verankert und bleibt für bis zu fünf Jahre dort. Sowohl die Kupferspirale als auch die Kupferkette haben zum Vorteil, dass keine Einnahmefehler auftreten können. Sie sind daher insbesondere für Frauen geeignet, die von sich wissen, dass sie die Einnahme einer Pille gerne mal vergessen würden. Die Kupferkette ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel, der Pearl-Index liegt zwischen 0,1 und 0,5 und ist daher mit der Pille vergleichbar.

Letztlich gibt es auch den Kupferperlenball. Dieser ist vergleichsweise neu und genießt nicht bei allen Ärzten viel Vertrauen. Der Ball ist sphärisch geformt und kann sich frei in der Gebärmutter bewegen, ohne Schmerzen zu verursachen. Allerdings wurde vermehrt darüber berichtet, dass Trägerinnen aufgrund dieser flexiblen Form ein Verrutschen nicht bemerkt haben, wodurch es zu ungewollten Schwangerschaften kam. Daher lohnt es sich, den angegebenen Pearl-Index von 0,3 – 0,8 mit Vorsicht zu genießen und sich mit einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin abzusprechen.


Barrieremethoden

Kondome sind die beliebteste Barrieremethode. Sie bringen den Vorteil, dass sie auch vor Geschlechtskrankheiten schützen, weshalb sie sehr zu empfehlen sind, auch wenn zusätzlich eine andere Verhütungsmethode verwendet wird. Außerdem sind Kondome leicht in der Handhabung, was einen weiteren Vorteil darstellt. Bei korrekter Anwendung sind Kondome sehr sicher, sie können jedoch auch reißen oder Produktionsfehler aufweisen. Der Pearl-Index liegt bei 2 – 12.

Zusätzlich zu herkömmlichen Kondomen gibt es auch Frauenkondome. Diese kleiden die Vagina von innen aus und bestehen aus einem Schlauch, welcher an beiden Enden einen Ring hat. Der innere Ring sorgt für Halt in der Vagina, der äußere wird über die Schamlippen gestülpt. Frauenkondome sind nicht gleich einfach in der Handhabung wie herkömmliche Kondome und können leichter verrutschen. Es gibt wenige Studien, welche über die Sicherheit von Frauenkondomen berichten, allerdings wird der Pearl-Index zwischen 3 und 25 vermutet. Daher ist das Frauenkondom nicht sehr sicher.

Eine weitere Barrieremethode ist das Diaphragma. Das Diaphragma ist ein biegsamer Ring mit einer Silikonhaube. Es wird in die Vagina eingeführt und liegt über dem Muttermund. Dadurch verhindert es, dass Spermien zu den Eizellen gelangen können. Zusätzlich wird es mit einem Gel bestrichen, welches die Beweglichkeit der Spermien einschränkt. Das Diaphragma wird von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin genau für jede Frau individuell angepasst, damit die Gefahr des Verrutschens verringert wird. Der Pearl-Index beim Diaphragma liegt bei 1,2 – 8. Je genauer es angepasst wird, desto höher ist auch der Verhütungsschutz.


Natürliche Verhütungsmethoden

Neben Kupfer- und Barrieremethoden gibt es weitere hormonfreie Verhütungsmethoden; diese werden als natürliche Verhütungsmethoden bezeichnet, da sie nicht in den Zyklus oder den Körper allgemein eingreifen. Vorsicht: diese Methoden sind selbst akribisch angewendet nicht sehr zuverlässig und sollten nur in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden eingesetzt werden, falls eine Schwangerschaft verhindert werden soll!

Eine natürliche Verhütungsmethode ist die Temperaturmethode. Bei dieser Methode misst die Frau jeden Morgen ihre Körpertemperatur und notiert sie für jeden Tag. Die Körpertemperatur variiert je nach Zeitpunkt im Zyklus leicht; durch die tägliche Messung soll es ermöglicht werden, die fruchtbaren Tage zu eruieren. Sex wird an den fruchtbaren Tagen vermieden, um einer Schwangerschaft vorzubeugen. Was in der Theorie gut klingt, ist in der Praxis nicht sehr zuverlässig, da die Körpertemperatur von anderen Faktoren wie Alkohol, Stress oder Müdigkeit beeinflusst werden kann. Sie ist daher nur in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden zu empfehlen.

Bei der Kalendermethode wird die Periode ebenfalls akribisch dokumentiert und so die fruchtbaren Tage berechnet. Dies ist allerdings sehr unzuverlässig, da jeder Zyklus schwanken kann. Auch die Kalendermethode sollte nicht als alleinige Verhütungsmethode eingesetzt werden, falls eine Schwangerschaft verhindert werden soll. Der Pearl-Index dieser Methode liegt über 9.

Eine weitere natürliche Verhütungsmethode ist die Computermethode. Dies ist keine eigenständige Methode, sondern hilft dabei, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Dies geschieht durch Temperaturmessung oder Hormonkonzentration im Urin. Diese Computer sind relativ teuer; außerdem muss an den fruchtbaren Tagen zusätzlich verhütet werden. Zudem ist auch hier das Problem, dass natürliche Zyklen Schwankungen unterworfen sind.
Die natürlichen Verhütungsmethoden sind eine gute Idee für Frauen, die nicht hormonell verhüten möchten, allerdings eine Schwangerschaft auch in Betracht ziehen. Sie sind nicht ausreichend, um eine Schwangerschaft zuverlässig zu verhindern. Falls eine Schwangerschaft verhindert werden soll, können diese Methoden zwar als Unterstützung dienen, reichen alleine allerdings nicht aus.