Viagra - Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Viagra - Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Welche gibt es?

Viagra ist ein beliebtes potenzsteigerndes Medikament beim Mann, da es schon vielen Männern wieder zu einem erfüllten Sexualleben verholfen hat. Es gilt jedoch zu beachten, dass die Kombination von Viagra oder anderen potenzsteigernden Mitteln mit weiteren Medikamenten zu Wechselwirkungen führen kann.

Unter Wechselwirkungen versteht man Interaktionen und Einflüsse, die verschiedene Medikamente aufeinander haben. Beispielsweise kann die gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente dazu führen, dass die einzelnen Wirkstoffe sich nicht richtig im Körper entfalten können, und die Medikamente nicht wie gewünscht wirken. Allerdings kann die Kombination verschiedener Medikamente auch gefährliche Konsequenzen haben, wie etwa Herz-Kreislauf-Probleme. Um solchen Wechselwirkungen vorzubeugen ist es unabdingbar, dass Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin über alle Medikamente informieren, die Sie gleichzeitig einnehmen.

Im Folgenden können Sie nachlesen, welche Medikamente in der Kombination mit Viagra zu solchen Interaktionen führen können.
 

Viagra & Nitrate

Das Gefährlichste zuerst: Viagra und Nitrate dürfen niemals kombiniert werden, da diese Kombination lebensbedrohlich ist. Nitrathaltige Medikamente werden oft zur Behandlung von Herzproblemen wie etwa Angina Pectoris oder Herzschwäche eingesetzt. Sie bewirken, dass sich die Herzgefäße erweitern, wodurch das Herz entlastet wird. Da Viagra dazu führt, dass sich die Blutgefäße der Geschlechtsorgane zusätzlich erweitern, ist diese Kombination äußerst gefährlich. Der Blutdruck kann sich schlagartig auf lebensbedrohlich tiefe Werte absenken, wodurch die Blutversorgung des Herzens und auch des Gehirns nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann. In der Folge kann dies zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Mehrheit der Männer, die Viagra und Nitrate kombinieren, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden. Kombinieren Sie diese Medikamente deshalb unter keinen Umständen.

Die hierbei betroffenen Medikamente sind etwa Nitrokap, Kardilat, Nitroglin, Sorbitrat, Nitroglyzerin, Nitrograd oder Trinitrolong.
 

Viagra & Antibiotika und Antimyotika

Antibiotika beeinflussen den Stoffwechsel. Durch diese Wirkung kann sich die Blutkonzentration von Viagra beziehungsweise des enthaltenen Wirkstoffes verändern, was schwere Nebenwirkungen hervorrufen kann. Dasselbe gilt für Medikamente, die Pilzinfektionen betreffen. Durch die veränderte Konzentration wird der Wirkstoff langsamer abgebaut und hält sich länger im Körper. Dies kann Nebenwirkungen verstärken und zu schweren Folgeschäden führen.

Betroffene Wirkstoffe sind insbesondere Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol, Voriconazol (Pilzmedikamente) sowie Clarithromycin, Erythromycin und Rifampicin (Antibiotika).


Viagra & Alpha- und Betablocker

Alphablocker werden meist zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Männer, die einen zu hohen Blutdruck haben, weisen ebenfalls ein höheres Risiko auf, an erektilen Dysfunktionen zu leiden. Jedoch ist bei der Kombination von Viagra und Alphablockern Vorsicht geboten, da es zu einem plötzlichen, potenziell gefährlichen Blutdruckabfall kommen kann.

Die betroffenen Alphablocker sind Alfuzosin, Bunazosin, Doxazosin, Prazosin, Phentolamin, Silodosin, Urapidil, Yohimbin Tamsulosin und Terazosin.

Auch Betablocker werden zur Behandlung von Bluthochdruck, oder Hypertonie, eingesetzt. Das Problem ist dabei ähnlich wie bei der Anwendung von Alphablockern. Sowohl Betablocker als auch Sildenafil, der aktive Wirkstoff in Viagra, senken den Blutdruck. Somit kann die Kombination von Betablockern und Viagra zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen. Beachten Sie außerdem, dass Betablocker gar für erektile Dysfunktionen verantwortlich sein können. Zu diesen Medikamenten zählen etwa Metoprolol, Propranolol, Nebivolol und Bisoprolol.
 

Viagra & Lebensmittel

Beachten Sie, dass nicht nur Medikamente, sondern auch gewisse Lebensmittel Wechselwirkungen verursachen können. Bei Viagra gilt dies insbesondere für Alkohol sowie Grapefruits.

Alkohol verlangsamt die Aufnahme des Wirkstoffes Sildenafil im Körper, wodurch die Wirkung erst verzögert eintritt. Dies belastet die Leber zusätzlich und kann unter Umständen zu Leberschäden führen. Zudem kann es Nebenwirkungen verstärken. Da außerdem sowohl Alkohol als auch Viagra die Blutzirkulation anregen, kann das Herz verstärkt belastet werden.

Verzichten Sie während der Anwendung von Viagra auf grapefruithaltige Lebensmittel. Diese enthalten das Enzym Furanocumarin, welches von der Leber zerteilt und verarbeitet wird. Auch Viagra wird durch die Leber aufgenommen, wodurch das Organ einer doppelten Belastung ausgesetzt wird. Somit kann das Medikament zu hoch dosiert in den Blutkreislauf gelangen. Dies führt in der Konsequenz zu einer Überdosierung, weshalb Grapefruits gemieden werden sollten.

Zuletzt sollten Sie beachten, dass fetthaltige Lebensmittel den Wirkungseintritt von Viagra verzögern können.


Viagra & Poppers

Poppers sind Partydrogen, welche niemals mit Viagra kombiniert werden dürfen. Diese Drogen haben nämlich eine vergleichbare Wirkung wie Nitrate, und können dementsprechend in der Kombination mit Viagra ebenfalls lebensbedrohlich sein. Durch die gefäßerweiternde Wirkung beider Medikamente kann es zu einem plötzlichen Herztod kommen. Kombinieren Sie diese Wirkstoff deshalb niemals.

Betroffene Stoffe sind hierbei etwa Amylnitrit, Butylnitrit, Isobutyl Nitril oder Salpetersäureester.
 

Viagra & andere potenzsteigernde Medikamente

Erektile Dysfunktionen können für betroffene Männer äußerst belastend sein. Beachten Sie jedoch, dass Sie niemals mehrere potenzsteigernde Medikamente kombinieren sollten. Dies führt in der Konsequenz zu einer Überdosierung, was gefährliche Nebenwirkungen zur Folge haben kann. Halten Sie sich stets an die Dosierungshinweise Ihres Arztes.
 

Viagra & weitere Medikamente

Die oben genannten Gruppen von Medikamenten und Lebensmitteln sind am häufigsten für Wechselwirkungen verantwortlich. Es gibt jedoch noch weitere, weniger verbreitete Medikamente, welche in der Kombination mit Viagra zu Wechselwirkungen führen können.

Medikamente zur Behandlung von HIV können die Wirkung von Viagra abschwächen. Dasselbe gilt für Antidepressiva. Die betroffenen Medikamente hierbei sind Saquinavir, Ritonavir Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir und Tipranavir zur Behandlung von HIV sowie Nefazodone und Fluvoxamine als Antidepressiva.

Es gibt weitere Medikamente, die den Abbau von Sildenafil im Körper verlangsamen, was zu verstärkten Nebenwirkungen führen kann. Dazu gehören H2-Blocker zur Behandlung von Magensäure sowie Tacrolimus, ein Immunsuppressivum.

Abschließend lässt sich sagen, dass bei der Anwendung von Viagra einige Dinge beachtet werden müssen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin stets über alle Medikamente, die Sie gleichzeitig einnehmen, um nicht von solchen Wechselwirkungen betroffen zu sein. Korrekt angewendet kann Viagra erektilen Dysfunktionen gezielt entgegenwirken und Ihnen zu einem erfüllten Sexualleben verhelfen.