Vorhautverengung (Phimose) - wann sollte behandelt werden?

Vorhautverengung (Phimose)

Wann sollte behandelt werden?

Eine Vorhautverengung ist meist nichts Gefährliches, kann jedoch eine Behandlung erfordern. Dabei muss zwischen Kindes- und Erwachsenenalter unterschieden werden. Lesen Sie hier, wann eine Behandlung erforderlich und sinnvoll ist.

 

Was ist eine Vorhautverengung?

Bei einer Vorhautverengung kann die Vorhaut des Penis nicht über die Eichel zurückgezogen werden. Normalerweise sollte sich die Vorhaut des Penis sowohl im erigierten als auch im nicht-erigierten Zustand über die Eichel zurückziehen lassen. Falls dies nicht, oder nur unter Schmerzen, möglich ist, wird von einer Vorhautverengung gesprochen. Eine solche wird auch als Phimose bezeichnet.

 

Vorhautverengung bei Kindern

Beachten Sie, dass bei Kindern bis etwa drei Jahren eine solche Verengung normal ist. Sie wird dabei meist als Verklebung bezeichnet, und bildet sich im Laufe der Zeit zurück. Diese Art der angeborenen Vorhautverengung wird als primäre Phimose bezeichnet. Bei Kindern macht sich die Phimose meist dadurch erkennbar, dass das Wasserlassen erschwert sein kann. Bei Kindern ist oftmals keine Behandlung erforderlich. Es kann einfach abgewartet werden, bis sich die Phimose von selbst zurückentwickelt. Falls dies jedoch nicht eintritt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

Zunächst kann eine Therapie mit einer Kortisonsalbe in Betracht gezogen werden. Diese wird über maximal acht Wochen aufgetragen, jeweils zweimal täglich auf den vorderen Teil der Vorhaut. Das Kortison soll dabei bewirken, dass die Haut elastischer wird, und sich so von selbst zurückbilden kann. Falls diese Therapie nicht anschlägt, kann ein Arzt unter Umständen empfehlen, die Vorhaut des Kindes zu entfernen (Beschneidung). Dabei ist es möglich, nur einen Teil der Vorhaut zu entfernen, falls dies bereits Heilung verspricht.

Bitte beachten Sie, dass Eltern niemals versuchen sollten, mit Gewalt die Vorhaut ihres Sohnes zurückzuziehen. Dies kann schwere Entzündungen und Verletzungen verursachen, und ist für das Kleinkind äußerst schmerzhaft.

 

Vorhautverengungen im Erwachsenenalter

Es gibt diverse Ursachen für eine Vorhautverengung im Erwachsenenalter. Meistens ist die Phimose auf eine Vernarbung zurückzuführen. Diese kann durch wiederholte Entzündungen entstehen, durch Einklemmen oder auch durch ein gewaltsames Zurückziehen der Vorhaut. Durch diese Vernarbung verliert die Vorhaut die nötige Elastizität, und kann deshalb nicht mehr richtig zurückgezogen werden. Meistens bildet sich beim Versuch, die Haut zurückzuziehen, ein weißlicher Ring. Dieser wird durch die verminderte Durchblutung verursacht.

Eine Vorhautverengung kann auch durch Erkrankungen verursacht werden. Die eine ist Lichen Sclerosus. Dabei handelt es sich um eine Hautkrankheit. Bei Männern können sich dabei Knötchen an der Penisspitze bilden. Dadurch kann es zu einer Narbenbildung kommen. Auch Diabetes kann eine Vorhautverengung verursachen. Hierbei kommt es zu vermehrten, wiederkehrenden Entzündungen, welche wiederum die Elastizität der Vorhaut negativ beeinflussen. Die Vorhautverengung im Erwachsenenalter wird oft als sekundäre Phimose bezeichnet.

Sekundäre Phimosen müssen fast immer behandelt werden. Anders als primäre Phimosen bilden sich diese nicht von alleine zurück, weshalb oft ein Eingriff nötig ist. Bei Erwachsenen kann eine Phimose zu starken Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder bei der Erektion führen. Diese Schmerzen sind ein Grund, weshalb die Verengung häufig behandelt werden muss. Ein weiterer ist, dass Vorhautverengungen schmerzhafte und wiederkehrende Harnwegsinfekte auslösen können. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass eine unbehandelte Phimose Peniskrebs begünstigen kann.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Anders als bei Kindern muss bei Erwachsenen eine Phimose fast immer behandelt werden. In der Regel wird die Vorhaut operativ entfernt. Dabei ist eine komplette oder teilweise Entfernung der Vorhaut möglich. Bei der ersten Variante wird die gesamte Vorhaut entfernt. Bei der zweiten wird nur der verengte Teil längs eingeschnitten und anschließend quer vernäht.

Beachten Sie, dass bei einer teilweisen Entfernung eine Vorhautverengung wieder auftreten kann. Insbesondere, falls sich aufgrund des Eingriffes oder anderer Einflüsse wieder Narben bilden. Unter Umständen ist in der Folge eine zweite, komplette Beschneidung notwendig. Der Eingriff kann je nach Bedürfnis des Patienten entweder unter Vollnarkose oder Lokalanästhesie erfolgen.

Eine operative Entfernung der Vorhaut bringt in der Regel wenige Nebenwirkungen mit sich. Meist bilden sich lediglich Blutergüsse, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Nur bei knapp zwei Prozent gibt es Komplikationen wie etwa Nachblutungen oder Entzündungen der Wunde oder Penisverkrümmungen.

Es kann vorkommen, dass sich das Empfinden beim Geschlechtsverkehr ändert. Dies ist jedoch nicht bei allen Patienten der Fall. Grundsätzlich gilt, dass Sie sich vor jedem Eingriff bei einem Arzt über mögliche Nebenerscheinungen informieren sollten.